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Automobilpeitschen

Automobilpeitschen
Radfahrer und Automobilisten hatten es zu Anfang schwer: ihr Hauptfeind war der Hund – so schien es jedenfalls. Betroffen davon waren natürlich hauptsächlich die Fahrer von Cabriolets, soweit es die Automobilisten betraf, während Radfahrerinnen und Radfahrer den Angriffen von Hunden angeblich schutzlos ausgeliefert waren.

Die Werbung der damaligen Zeit pries die Peitschen an als:


Automobilpeitsche mit angehängtem Lederriemen, aus Rohr mit vernickeltem Marskopf, Schlaufe und Lederriemen in solider Ausführung. Länge ohne Riemen ca. 83 cm, daher gut zu handhaben.


Das gute Stück war preiswert, aber keinesfalls billig: Zwei Mark 10 wollte der Händler damals dafür haben.

Immerhin fünf Mark (das war nun wirklich sehr, sehr viel Geld damals) kostete hingegen eine

Automobilpeitsche mit Stahleinlage, übersponnen und gut lackiert. Mit geflochtenem, prima ca 150 cm langem Lederriemen. Dauerhaft gearbeitet.


Zum Vergleich: Ein Automobil kostet damals (nach Einführung des Fließbandes) ab ca. 2000 Mark.

Ob diese Peitschen bei Automobilisten wirklich zum Einsatz kamen, ist fragwürdig. Die „Herrenfahrer“ konnten kaum gleichzeitig lenken und peitschen, und der Chauffeur konnte es auch nicht. Doch der Markt für preiswertere, kürzere „Radfahrerpeitschen“ war offenbar riesig groß.

Frohe Ostern oder wenn der Hund nicht kackt

Ich wache auf, es ist sechs Uhr. Der Hund mault, weil er pinkeln muss. Also Morgenmantel umgehängt, Hund in den Hunde-Lift gesetzt, und hinaus in die Kälte.

Hund guckt blöd: Ist kalt. Und da soll ich pinkeln? Kommt schließlich doch aus dem Hunde-Lift hervor, schnuppert – und pinkelt. Doch bevor er kacken kann, bricht ein Inferno los: Die Kirchenglocken läuten Ostern ein und wollen gar nicht mehr aufhören, zu verkünden, dass heute schließlich ein hoher christlicher Feiertag ist.

Der Kirchen-Lärm vergrault den Hund – er kackt nicht. Macht er dann später - auf die Türschwelle.

Frohe Ostern!

Bevor Ihnen Gedanken kommen: Der Hund ist noch sehr jung, die Kirchtürme befinden sich in unmittelbarer Nähe und mein Hof wirkt wie ein Flüstergewölbe.

Die Fernsehzeitung und die ultimative Gesundheit

Meine Fernsehzeitung ist – nein, nicht die, von der ich hier schreibe. Sie liegt der „Abonnierten“ bei und finanziert sich über meist ganzseitige Werbeanzeigen. Zu einem Teil wirbt man für Kreuzfahrten und Urlaubsreisen, an denen alle Beteiligten bekanntlich fürstlich verdienen. Die dabei verwendete Masche: Da wird ein Minimum-Preis angeboten, zu dem noch diese oder jene Leistung zugebucht werden muss. Sei es Trinkgeld, Anreise, Saisonzuschlag, spezielle Hotels, Räume oder Kabinen – und dann ist man ganz schnell bei dem anderthalbfachen, doppelten oder gar dreifachen annoncierten Preis.

Sensationelle Arzneimittel aus der Natur?

Zum anderen wirbt man für Arzneimittel, die auf besonderen Formeln basieren, auf die nie zu vor jemand gekommen ist, obwohl sie aus der Natur stammen. Natürlich ist es die Potenz, die den Mann bewegt, während sich Naturstoffe gegen Schwindelanfälle, Gelenkschmerzen, Depressionen, Unwohlsein und Übergewicht so gut wie ausschließlich an die Frau wenden. Dabei geht es selten oder nie um Direktvermarktung, sondern zumeist zählt noch der örtliche Apotheker zu den Gewinnern. Berät er allerdings kundenzentriert, so wird er möglicherweise zu einem Mittel raten, das ähnlich wirkungsreich ist, nur viel weniger kostet. Denn: Man wendet sich bewusst an Rentner, also Menschen, die oft nicht auf Rosen gebettet sind.

Nun versetzt der Glaube bekanntlich Berge – wohl weniger bei der Potenz, als bei den Pülverchen, Wässerchen und Pillen, die das durcheinandergeratene Wohlbefinden wieder glätten sollen. Meist heißt es im „Kleingedruckten“, dass es sich um ein homöopathisches Mittel handelt, und gelegentlich gibt man tatsächlich den Hauptwirkstoff an - manchmal vorsichtshalber auf Latein.

Alles "speziell" entwickelt

Ich stoße auf die Gesichtsrötungen, und gleich darunter dann noch eine Nachbildung der gesunden Darmflora, von der man ja weiß, dass sie höchst komplex ist. Doch in den ganzseitigen Werbeanzeigen, die viele alte Menschen gar nicht von reiner Produktwerbung unterscheiden können, ist alles sehr „speziell“. Speziell entwickelt, spezielle Mikrokulturen – da fiel dem Texter zwar nicht viel ein, aber es sind ja auch Produkte, die „ihresgleichen suchen“. Wer wollte da widerstehen?

Die einzigartigen Stoffe

Und wenn die Haut juckt? Dann braucht man einen „einzigartigen“ Stoff, den „Forscher jetzt entdeckt“ haben. Eine weitere "Sensation" ist eine Schutzkombination gegen die Wirkung der Sonnen auf die Haut. UVA und UVB. Da lesen wir doch mal bei Netdoktor nach: „Sonnenschutzmittel enthalten UVA/UVB-Breitbandfilter, die die UV-Strahlung absorbieren, streuen oder reflektieren.“. Aha. Und warum dann ein bestimmtes Mittel? Weil die Gefahren der UVA-Strahlen jahrelang unterschätz wurden, schreibt der Texter. Ach so, deswegen. Na klar, wer würde schon gerne in die „Sonneschutzfalle“ tappen? Fragt sich nur: welche Sonnenschutzfalle denn bitte? Gute Sonnenschutzmittel gibt’s auch in der Drogerie für gegen (oder unter) fünf Euro pro 100 Milliliter. Das wusste jedenfalls die „Stiftung Warentest“.

Ach, das wäre nicht alles – denn natürlich gibt es euch Mittel gegen Schwindel, Gelenkschmerzen, Depressionen, Harndrang, Impotenz und andere Leiden – alle homöopathisch, und alle „natürlich“. Die genaue Herkunft und Dosierung der Inhaltsstoffe und die Verfahren, mit denen sie gewonnen werden? Na, wer will denn so etwas wissen?

Und so geht s seitenlang … aber ja, zwischendurch erfahren wir auch etwas über die aktuellen Fernsehsendungen. Schönen Tag noch, Senioren.

Warum Asylbewerber-Hass postfaktisch ist und Geschlechterhass faktisch

Wenn man über Asylsuchende schreibt, ist das „Postfaktische“ nicht zugelassen – die Gefühle, die unsere Mitmenschen haben, sind allerdings leider nicht rational. Apropos „leider“: Wer von den Klugscheißern, die „postfaktisch“ benutzen, erwartet eigentlich, dass wir alle immer rational denken?

Wenn Feministinnen allerdings ihre Meinung über Männer, Männlichkeit und männlichem Verhalten heraushauen, dann dürfen sie selbstverständlich postfaktisch werden. „Es kommt alles nur daher, dass wir …“ Ist dies den Feministinnen etwa peinlich? Nicht die Bohne. Angriffe auf Männer sind einfach chic, und die Gründe für Männer(un)taten billig.

Deutschlands letzter Zipfel - das Dreiländereck

Hier ist Deutschland, drüben Frankreich, links die Schweiz
Gehen Sie über die Brücke ... dann sind Sie in Frankreich. Sollten Sie über den Fußweg links davon gehen, sind sie in vier Minuten in der Schweiz. Falls Sie mit der Bahn über Basel fahren, sind Sie in Deutschland, falls Sie das Bahngelände nicht verlassen, aber in der Schweiz, wenn Sie noch schnell etwas einkaufen wollen. Und falls Sie nach Basel fliegen sollten, landen Sie in Frankreich. Nur, damit Sie eine Orientierung haben.