Skip to content

Buttnase und die Politik Anno 2018

Warum erinnere ich mich angesichts der Auftritte gewisser Politiker (durchaus unterschiedlicher Parteien) eigentlich derzeit an Knut Buttnase?

Buttnase aus Dösenbüttel an der Döse, war Gründer der „Moralsoziologogischen Deutschen Vortschritts-Partei“, kurz MDVP, und die hatte ähnliche ulkige Ziele wir diese Rechtskasper heute (wie bereits gesagt, durchaus unterschiedlicher Parteien).

Nein, ich vergesse nicht zu sagen, dass Knut Buttnase die Erfindung eines Radiomoderators war.Heute würde man Buttnase wohl eher Gamsnase nennen, und Alois würde besser zu ihm passen als Knut. Und er könnte aus Verrottungen an der Rotte stammen.

Sagt nun bloß nicht: Gibt’s schon.

Der Panamahut – zu früh gelobt

Sieht noch ganz gut aus, aber ...
Original Panamahut: das heißt, in Ecuador aus bestem Stroh der Carludovica palmata hergestellt. Angeblich unverwüstlich. Nur leider sehr empfindlich gegen UV-Strahlen. Oder vielleicht doch aus nicht ganz so hochwertigem Stroh hergestellt? Jedenfalls bricht er. Schade um das viele Geld, das so ein Hut kostet. Der Hut wurde vor einem Jahr gekauft. Er soll zwar rollbar sein, wurde aber niemals gerollt.
Das Stroh bricht ...

Akademiker erklären Akademikern akademisches Wissen

Das Eigenartige an Deutschland: Wenn ein Akademiker einem Akademiker akademisches Wissen erklärt, stimmt immer alles – beide verstehen sich auf eine Weise, die dem Volk verschlossen bleibt. Wie denn überhaupt die Beobachtung von Zeitgenossen selten mit dem vorgeblichen Wissen der Historiker übereinstimmt. Was letztlich heißt: Angebliche Eliten schreiben die Geschichte angeblicher Eliten.

Die 1968 er - im Jubiläumsjahr will jeder mal darüber schreiben

Da waren also die 1968er. Wer derzeit darüber schreibt, will bekannt werden – das Thema ist 50 Jahre alt, kaum einer erinnert sich noch daran – die beste Möglichkeit, die Geschichte neu anzustreichen. Die typische Diskussion: Waren die 1968er nur elendigliche Wirrköpfe oder waren sie die Schöpfer einer neuen Zeit? Je nach politischer Couleur wird das mal so, dann Mal wieder anders gesehen. Die Rechtspopulisten sehen, völlig unabhängig von der Parteizugehörigkeit, darin einen Bruch mit der deutschen Kultur, die Linkspopulisten den gescheiterten Versuch einer Revolution. Und die übrigen 1968er und ihre Befürworter sehen darin eine längst notwendige Befreiung vom verbliebenen Nazi-Mief unter Talaren und Nadelstreifenanzügen.

Die Brücke schlagen zwischen 1968ern und "sexueller Revolution" - sinnvoll?

Und dann – ja dann. Dann gab es noch eine „sexuelle Revolution“, die gar keine war. Und die alleinige Verantwortung hatten dafür die 1968er, wenn man neuen „Erkenntnissen“ der Universität Freiburg glauben will. Denn

Die neue Linke konnte sich selbst erfinden, ohne mit Widerspruch von links rechnen zu müssen. Sie musste neue Themen wie Sexualität entdecken, besetzen und sich mit ihnen profilieren.“


Nun gab es zum damaligen Zeitpunkt eine Vielzahl sozialistischer, kommunistischer, marxistischer und maoistischer Gruppen und Grüppchen. Sie alle versuchten, aus der Substanz der 1968er noch ein eigenes Süppchen zu kochen. All diese Gruppen waren alles andere als „Sexualreformer“. Der viel beschworene „Psychoanalytiker Wilhelm Reich“, der nur den an Psychologie und Soziologie interessierten Studenten bekannt war, soll die Menschen der damaligen Zeit wirklich nachhaltig beeinflusst haben? Und er soll angeblich mitverantwortlich für alle Abwege der 1968er sein? Nein. Die Schriften dieses Mannes hatten auf gar keinen Fall eine grundlegende Bedeutung für das, was die jungen Leute damals umtrieb. Ihr Problem war, sich endlich die Freiheiten zu nehmen, die jedem Menschen zustanden: das zu werden und am Ende zu sein, was man wirklich wollte.

Klaffende Wunden und sexueller Triebstau?

Im akademischen Bereich liest sich das so:

Vielleicht boten die Schriften eine gefällige Erklärung für klaffende Wunden aus junger Vergangenheit. Nach nur wenigen Jahren galt es als Allgemeinplatz, grausame, autoritätshörige Untertanen als Resultat von sexuellem Triebstau zu begreifen.


Das ist – mit Verlaub – an den Haaren herbeigezogen. Es ging bei der Sexualität nicht um „klaffende Wunden aus junger Vergangenheit“ – diese Generation bestand nicht aus Beatniks. Sie litt darunter, dass Altkonservativen den Deckel auf der jungen Generation hielten. Und es ging nicht um sexuellen Triebstau, sondern darum, sexuell sein zu dürfen und daran Freude zu haben. Und wer las schon wirklich intensiv Wilhelm Reich und glaubt jede seiner Thesen?

Altkonservative Betonköpfe werden sich freuen

Bei der Forschung geht es offenbar darum, ob die „sexuelle Revolution“ ein allgemeiner Trend in Europa war. Die These ist, dass in Westdeutschland Sex und Linke Politik „nahe zusammen gedacht wurden.“ Damit spielen die Forscher den Konservativen in die Hände, die längst zu wissen glauben, dass die 1968er gemeingefährlich waren und die deutsche Kultur ausgehöhlt haben.

In Wahrheit entwickelte sich die „sexuelle Revolution“ parallel im Volk – völlig ohne Zutun der 1968er, der Neuen Linken oder irgendeiner anderen Richtung, die aus dem akademischen Bereich kam. Übrigens galt dies auch für die Jugendkultur, die längst von Rock ’n Roll, Jazz und Freiheitsdrang geprägt war. Die Gegner der Jugend waren die Vertreter einer zementierten Gesellschaftsordnung, die Jugendlichen nur dann eine Chance gab, wenn sie brav und fügsam waren.

Ich habe übrigens auch Wilhelm Reich gelesen. Seine Lebensgeschichte hinterlässt Zweifel – aber das trifft auch für C.G. Jung und andere zu.

Alle Zitate entstammen einer PR-Maßnahme der Uni Freiburg.

Aprikosenmarmelade mit Zitronenmelisse

Aprikosenmarmelade nach Sehpferd-Art

Das brauchen Sie wirklich:

• 1 kg Aprikosen, entsteint, sonst komplett.
• 500 g Gelierzucker 1:2
• 2 bis maximal 6 Zweige marktfrische Zitronenmelisse. Stiele entfernen und Blätter fein hacken.
• 1/2 Zitrone oder Limette, entsaftet
• Weitere Gewürze (sparsam verwenden) nach Geschmack.

Wenn das Rezept nur im Hirn sitzt, dann fliegt es von Saison zu Saison schon mal heraus. Also auf ins Internet: Und da beginnt das Abenteuer. Komplizierte Zubereitungsmethoden, fragwürdige Mengenangaben. Die Grundfrage war: wie viel Zitronenmelisse auf wie viel Aprikosen? Beginnen wie mit den Aprikosen: Sie benötigen zwischen einem und zwei Kilogramm für Ihren Jahresbedarf an Marmelade, und sie sollten reif, aber nicht überreif sein. Die Schalen bleiben dran, die Steine kommen raus. Wie weit sie die Aprikosen zerschnippeln, hängt davon ab, ob Sie mit Fruchtbrei oder mit Stücken weiterarbeiten wollen: Den Fruchtbrei erzeugen sie im Mixer oder mit einem „Zauberstab“ – da können sie sich das Schneiden in „kleine Stücke“ sparen.

Nun, Zitronenmelisse kauf man nicht nach Gramm – wenn man sie überhaupt bekommt. Ein Zweig in der Größe, wie man sie möglicherweise im Feinkosthandel bekommt, wiegt etwa 8 – 10 Gramm und bringt am Ende gegen 6 Gramm Blattwerk. Je nach Rezept werden 10, 30 oder 35 Gramm pro Kilogramm Aprikosen empfohlen, also braucht man zwischen zwei und sechs Zweiglein pro Kilogramm Aprikosen. Weitere Gewürze, die sich in der Aprikosenmarmelade „gut machen“, sind frischer Ingwer, Vanille und eventuell eine kleine Prise besten Currypulvers (nicht den Schrott, den man für Currywüste nimmt). Der Saft einer Zitrone oder Limette schadet nie.

Keine welke Melisse verwenden

Die Zitronenmelisse muss unbedingt marktfrisch sein. Man nimmt nur die Blätter, die mit dem Wiegemesser fein geschnitten werden. Die Melisse kommt erst gegen Ende des Kochprozesses in die Marmelade.

1:1 Zucker macht die Marmelade sehr süß

Aprikosenmarmeladen-Rezepte mit Gelierzucker 1:1 führen zu einer sehr süßen Masse, deren Zuckergehalt den Geschmack der Aprikose stark verändert. Am besten ist daher Gelierzucker 2:1 geeignet. Versuche mit Gelierzucker 3:1 fallen fruchtiger aus, schmecken aber etwas säuerlich.

Komplizierte Prozeduren sind unnötig

Hausfrauen behaupten, man müsse die mit Zucker versetzte Fruchtmasse oder gar ganze Aprikosenstücke mit dem Gelierzucker vermischen und über Nacht im Kühlschrank aufbewahren. Das habe den Vorteil, die Marmelade vitaminreicher zu halten, da sie kürzere Zeit gekocht wird. (Etwa vier Minuten). Ob man sich die Mühe machen will? Ich denke, diese Prozedur kann man sich gewiss sparen.

Angaben über Kochzeiten stehen auf der Zuckerverpackung

Rezeptangaben für die Menge von Gelierzucker, Kochzeit und dergleichen halte ich für überflüssig, sie stehen auf der Packung des Zuckers. Was ich in keinem Rezept fand: Nach drei Minuten Kochzeit (sprudelnd) die Gelierprobe machen. Auf einen kühlen, weißen Teller einen halben Teelöffel der Masse tropfen lassen. Einen Moment warten (eventuell „pusten“) und dann schauen, ob die Masse noch „läuft“. Wenn nicht, ist die Marmelade gut.

Hinweis: Mir ist bewusst, dass es sich um einen "Fruchtaufstrich" handelt und nicht um eine Original-Marmelade, die aus Zitrusfrüchten hergestellt wird.