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Armes Deutschland – sind Deutsche noch zu retten?

Die AfD ist zweitstärkste Partei – wenn man Umfragen glauben darf. Sollte dies auch Realität ein, ist Deutschland in akuter Gefahr: gesellschaftlich, wirtschaftlich und intellektuell.

Wie kann es nur sein, dass die Nachfahren der Willkürherrscher, auch Adel genannt, retro-bürgerliche Kreise, wirtschaftliche Fantasten, Loser und Neo-Nazis, Fremdenhasser, Judenhasser und Islamhasser sowie Nicht-Gönner und Nicht-Könner in der Wählergunst so weit oben stehen?

Weil Deutsche inzwischen meschugge sind? Weil sie aus der Geschichte nichts gelernt haben? Ich höre oft den Satz, sie seien „vom System abgehängt“. Doch Menschen, die „vom System abgehängt sind“, und die es wirklich gibt, sind nicht die Leute, die auf die Straße gehen und herumbrüllen.

Also wer ist es dann? Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Fatalisten? Fantasten? Selbsthasser? Fremdenhasser? Ausgewiesene Egoisten? Sie selbst meinen ja, mit Recht „Wutbürger“ sein zu dürfen, und sie alle haben ihr Lieblingsfeindbild. Ob „Wutbürger“, „besorgte Bürger“ oder „Abgehängte“: Es sind Menschen, die in kleinen, „eingemachten“ Welten leben und denen das Große und Ganze wurscht ist, solange sie ihren Unmut äußern können.

Und worum geht es? Um den nackten Egoismus, die eigene Meinung durchzusetzen. Und ich kann ihnen sagen: Manche verwenden dabei Engelszungen, andere Teufelskrallen. Nur im Hirn sind sie alle gleich: Die eigene, fanatische Denkweise zählt mehr als die Vernunft.

Wohnungsleerstand

Ach, ach, der böse Leerstand … da frohlockt Links-Deutschland: seht, da gib es Leerstand: In Berlin, in Köln … seht, wie diese Schweine ihre Wohnungen leerstehen lassen, während die Menschen kein Dach über dem Kopf haben …

Nicht überall ist Köln und München

Und dann liest man weiter und findet eine andere Wahrheit: Leerstand gibt es fast überall, hauptsächlich in den Innenstädten – dort, wo man keine Frauen und Männer in teuren Designerklamotten flanieren sieht. Im Westen wie im Osten, und alle machen sich Sorgen um die Verödung der Innenstädte – jedenfalls, so weit sie ihre Städte lieben. Soweit Ost und West unisono.

Leere Städte - Verwahrlosung und Slum-Bildung droht

Im Osten gibt es Leerstand am Wohnungsmarkt – je nach Region ungefähr 10 Prozent, gelegentlich 20 Prozent. Ach, wie langweilig, nicht wahr? Und wen interessiert es? Journalisten? Sozialisten? Nein – das ist ja nicht spektakulär … da filmt und fotografiert man lieber die Schlangen vor Münchner Mietobjekten und hängt die Preise von gegen 20 Euro pro Quadratmeter raus.

Den meisten Vermietern verursacht Leerstand Kosten

Leerstand? Das hat in Deutschland wenig mit Spekulation, Turbo-Kapitalismus und Menschenverachtung zu tun. Eher schon damit, dass Innenstädte veröden und zu Slums werden. Oder damit, dass kleinere Vermieter auf ihren Kosten sitzen blieben und überlegen, ob sie wirklich vier Euro pro Quadratmeter verlangen sollen.

Zwei Frauen versagen

Die Versager: die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Andrea Nahles (SPD). Und ein Gewinner: Horst Seehofer (CSU). Na schön, es gibt noch einen Gewinner, aber über den wird in ein paar Wochen kein Mensch mehr sprechen: Hans-Georg Maaßen.

Nun haben CDU und SPD je einen internen Konflikt, und nur die CSU ist (mal wieder) fein raus: Bayrische, männliche Dickköpfigkeit schlägt alles und alle. Es mag sein, dass die "Koalition gefährdet war". Aber das kann so nicht ganz stimmen: die Gefährder waren Menschen im Vorfeld, die den Mund zu voll genommen haben und die hernach ein schlechtes Krisenmanagment betrieben haben.

Wobei die SPD sich nicht als moralische Kraft hinstellen sollte: Moral seht anders aus als Konflikte zu erzeugen und sie noch zu verschärfen. Man hätte mit der Causa Maaßen auch weniger aufgeregt umgehen können – immer gleich vor Fernsehkameras herumzuhüpfen, ist nicht unbedingt sinnvoll.

Und überhaupt: Der Zustand der SPD ist unter aller Kanone. Sie hat denkbar miserable Führungskräfte, merkwürdige Strukturen, die falsche Idee von einer Partei des 21. Jahrhunderts, und sie zeigt jeden Tag, dass sie von der Basis bis zur Spitze auf der falschen Spur ist. Was die Frage aufwirft: Es mag sein, dass Deutschland die SPD braucht, aber eben nicht diese SPD.

Die Kanzlerin? Ja, die Kanzlerin. Sie schwebt irgendwo „da oben“, gilt als „unaufgeregt“ und ist in Wahrheit an Ende mit ihrem Latein. In der Gegenwart und für die Zukunft erst recht. Und das ist einfach schade.

September 2008

Wo war ich im September 2008, also vor 10 Jahren? Wie so oft, an mehreren Orten - zum Beispiel an diesen beiden.

Eine Fußgängerbrücke - aber wo ist sie?


Und wo mag dies gewesen sein?

Das Gebäude steht in ...?


Tanz in der Nacht

Eine Tänzerin in Johannesburg
Was sind schöne Fotos? Ich habe einmal durchgesehen, was ich auf der Welt so fotografiert habe. Und diese Fotos sind eigentlich nicht „gut“. Zwei Frauen, nur schemenhaft zu sehen, proben ein paar Tanzschritte an Orten, an denen man dies nicht vermutet. Natürlich sind beide Bilder stark nachbearbeitet – als ich sie aufnahm, herrschte absolute Dunkelheit.

Tänzerin, unter einer Brücke in Budapest