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Zuckerberg: sinnlose Show um Datenschutz

Klar hat er Fehler gemacht, und wenn es gar nicht mehr zu vermeiden ist, dann räumt er sie eben ein. Möglicherweise sogar reuig. So etwas gehört zum Repertoire mächtiger Firmenbosse.

Zuckerberg ist Chef eines Unternehmens, dass einem einfachen Prinzip folgt: „Du bist nur wichtig, wenn du bei FACEBOOK bist“ – und weil ja jeder wichtig sein will, will er auch beim FACEBOOK sein. Jeder noch so popelige Verein, jede zweitrangige Interessengruppe und jeder Gernegroß ist auf FACEBOOK. Die großen Unternehmen, inklusive der angeblich so kritischen Rundfunkanstalten und Verleger sind ohnehin ganz selbstverständlich bei FACEBOOK.

Die Macht von FACEBOOK wie auch der wirtschaftliche Erfolg beruht letztlich darauf, dass alle kostenfreien Content darauf laden und dies – gemeinsam mit FACEBOOK als Win-win-Situation feiern. Womit schon damit klar wird, wer am Ende der Gewinner ist, egal was der Online-Riese demnächst plant oder auch nicht. Ähnliches gilt natürlich auch für andere Internet-Riesen: In Wahrheit macht fast jeder seinen Kniefall vor den Interessen der Mega-Konzerne.

MDR-Tatort: Schlechtes Drehbuch … und alles schon mal gesehen

Der MDR hat mal wieder einen Krimi verbrochen. Ich habe ihn nicht gesehen, kann aber nach meinen Recherchen soviel sagen: Online-Dating ist eine Angelegenheit, über die viele schreiben, meckern und manchmal auch Entsetzen verbreiten. Und kaum jemand hat intime Kenntnisse, was dort abläuft und wie die es sich „anfühlt“, häufig fremden Menschen zu begegnen, um mit ihnen die Möglichkeit einer Partnerschaft abzuklären.

Alles, was ich darüber las, kann so zusammengefasst werden: Das haben wir detailliert schon einmal in ähnlicher Form gesehen. Der Autor Erol Yesilkaya mag ja schon viele gute Krimis geschrieben haben, aber dieser wirkt wie ein Patchwork aus „vom Hörensagen“, Boulevardpresse-Berichten und „alle schon mal da gewesen.“ Dazu der neue Trend: Frauen kommen gut weg, Männer eher schlecht.

Na schön – es ist eben billige Fernsehunterhaltung, aufgemotzt mit Mord und dem - wie es scheint – immer noch spektakulären Thema „Online-Dating“.

Die Kritiken waren einhellig schlecht, was das Drehbuch betrifft. Und was „wir daraus lernen können?“ Gar nichts. Es sei denn, dies: Krimis sind ziemlich ausgelutscht, und Autoren fällt kaum noch etwas ein.

Übrigens ein enormer Schuss in den Ofen ist die Überschrift im STERN:
Das Geschäft mit der Einsamkeit - ein "Tatort" aus der Dating-Hölle

Reißerischer geht's kaum noch.

Kanzlerin - Sprüche allein bringen nichts

Die Kanzlerin gefällt sich weiterhin darin, zumindest die Innen- und Wirtschaftspolitik samt Digitalisierung auf die lange Bank zu schrieben. Das konnte schon ihr Ziehvater Kohl, nur beherrschte er es nicht so meisterhaft, Politik mit Sprüchen zu machen. Bei Frau Merkel merken inzwischen sogar CDU-treue Journalisten, dass nichts dahinter ist – Sprüche eben.

Und die SPD? Ach, dieses Zerrbild einer Partei! Völlig im gestrigen Denken befangen, ideenlos und oft ebenso zögerlich.

Und generell? Da kloppt man sich um „Ankerzentren“, und überhaupt um „die Flüchtlingsfrage“ – immer schön im Rückenwind der Boulevardpresse. Und die Journalisten? Manchmal scheint es, sie würden Tinnef und Fußball wichtiger nehmen als die Existenz dieses Landes oder Europas.

Es geht heute darum, wie Weichen für morgen zu stellen – und nicht auf die Weichenstellungen von gestern zurückzublicken. Möglicherweise sehe ich da ja etwas falsch – aber es ist genau der Eindruck, den die Kanzlerin tagtäglich hinterlässt.

Emotionskapital

Das Wort gilt als Unwort – so wie „Naturkapital“, „Humankapital“ oder „Sozialkapital“. Die moderne Ausrichtung vieler Wissenschaftler auf „Antikapitalismus“ lässt nicht zu, sinnvolle neue Begriffe für „Ressourcen“ zu finden. Dabei sind „Ressourcen“ nichts als „Quellen“, aus denen wir schöpfen können, deren Fluss wir aber auch bewahren müssen.

Wahrscheinlich hat in der Entwicklung der Menschheit kein Kapital so viel Rendite gebracht wie das Emotionskapital. Jeder Mensch verfügt darüber, und jeder kann damit handeln. Wir können es aufhäufeln, es vorsichtig ausgeben, andere damit überschütten oder es sinnlos verprassen.

Die nachwachsende Ressource, auf die wir Sorgfalt verwenden sollten

Das Emotionskapital ist eine nachwachsende Ressource – jedenfalls bei den meisten von uns. Falls dies nicht zutrifft, leben wir in einem Dilemma. Macher hat schon erlebt, dass er zu viel in einen Menschen, eine Gruppe oder ein emotionales Projekt investiert hat, viel mehr als ihm selbst nachwächst. Frauen sagen dann manchmal, sie hätten „so viele Emotionen investiert“ – und das stimmt selten. Sie meinen in Wahrheit, dass ihre Emotionen keine Rendite getragen haben, sie aber solches erwarteten. Zwar hat jeder die Hoffnung, etwas zurückzubekommen, wenn er investiert – aber oftmals sind die Investitionen eben verloren. Wir lernen dies von frühester Kindheit an. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir Hilfe gaben oder Liebe schenkten. Manchmal bekommen wir mehr zurück, als wir erwarteten, manchmal das, was wir erwartet hatten und manchmal eben – gar nichts.

Emotionskapital ist wichtig. Deshalb sollten wir es so nennen. Und wir sollten es klug einsetzten, um nicht enttäuscht zu werden.

Israel feiert

Alle reden jetzt über Israel. Nicht, weil es den ESC gewonnen hat, sondern weil die US-Botschaft nach Jerusalem verlegt wurde. Es macht der Presse offenbar eine klammheimliche Freude, darüber groß angelegt zu berichten, weil man mal wieder den „Wind der Geschichte“ unter dem Rock verspürt. Kommentatoren überschlagen sich mit "pro" udn "kontra", und alle Schwätzer sind unterwegs, um nun auch noch ihren Senf dazuzugeben.

In Wahrheit ist alles ein Fiasko. Die Fronten sind verhärtet, und man schießt aufeinander – wie in alten Zeiten. Die Regierung in Israel sitzt die Situation aus, freut sich über den künstlichen Jubel wegen der US-Botschaft und ignoriert geflissentlich jene, die nicht mitjubeln mögen. Doch wie, wann und mit welchen Mitteln es Frieden geben könnte – das wird gar nicht erst erwähnt. Nicht von den USA, nicht von den Israeliten und nicht von den Palästinensern.

Die Araber? Oh, sie haben einen neuen Feind gefunden – den Iran. Auch das trägt nicht gerade zum Frieden bei.