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Das neue Medikament und die Dose

Push Down and Turn - but it will never open again
Neu ist es nicht, das Medikament. Nur ein andrer Hersteller. Der hat (möglicherweise gar ökologisch) gespart und schmeißt die Pillen einfach in eine Dose. Ist zwar auf Reisen höchst unpraktisch, aber na ja.

Deckel auf – Folie über den Pillen, gut so. Noch brauche ich sie ja nicht. Nun, gestern wollte ich die erste der Pillen einnehmen, und siehe da: der Deckel lässt sich nicht öffnen. „Aha“, weiß meine Frau, „ist wie bei den Reinigungsmitteln, kindersicher verpackt: Drücken, dann schrauben - dann geht es auf.“

So steht es auch auf dem Deckel – in Englisch.

Eine Richtung: To Open Push Down & Turn
Andere Richtung: Close Tightly


Da konntest du drauf puschen und quetschen und klammern und drehen – ein Kind kriegt die nicht auf. Ein Erwachsener übrigens auch nicht. Irgendwann, in irgendeiner Schieflage, gelang es mir dann, das Gewinde zu überwinden (klingt gut, nicht wahr)? Also Umfüllen und dann – noch mal versuchen - erfolglos. Heute habe ich mal ein Übungsviertelstündchen eingelegt. Ging nicht. Mal sehen, was der Apotheker darüber weiß.

Telekom, Probleme und die „Norwegische Methode“

Seit drei Tagen funktioniert meine interne Telefonwahl nicht mehr, und da wir auf zwei Stockwerken wohnen, muss das interne Telefon eben manchmal das Gebrüll über den Flur ersetzen: „Nun komm doch endlich Kaffee trinken“ oder so etwas.

Geht aber nicht. Klingelt und dann gar nix mehr. Kein Ton … nur Schweigen.

Konfiguration aufgerufen (ist nicht ganz ohne), rekonfiguriert – nix. Immer noch das gleiche Problem.

Ach, dachte ich am Ende, ruf ich nun den Service der Telekom an? Schon bei dem Gedanken sträubten sich die kleinen Nackenhaare … ächz … bloß nicht.

Nun … es war einmal in Norwegen. Der örtliche Rechner, der Signale aus dem fernen Deutschland empfangen sollte, sagte keinen Piep mehr. Ratlose Gesichter allenthalben. Service anrufen? Ein kerniger Norweger wusste Rat: Stecker herausziehen. Seither hieß dies Verfahren bei uns „die Norwegische Methode“.

Und bei der Telekom?

Stecker vom Router rausziehen, bis 10 zählen, Stecker wieder rein. Ein bisschen Weihnachtsbaumflimmern bei den LEDs - ging wieder.

Woran mich das erinnert? An die Sitcom „The IT Crowd“.

Da nimmt der Fachmann den Hörer ab und sagt:

Hello, IT – Have you tried turning it off and on again?


Klingt absolut saublöd. Funktioniert aber dann und wann.

Herr Spahn und die Kinderlosen

Ach nee, Herr Spahn, wie sinnig: Kinderlose Singles und kinderlose Ehepaare sollen also dafür finanziell abgestraft werden, weil sie keine Kinder haben? Wohl auf die Lobby der Familienverbände und der Katholiken hereingefallen?

Und wie dieser Mann so etwas überhaupt sagt, ist schon erbärmlich:

Eltern mit Kindern müssen in der Sozialversicherung mehr entlastet werden.


In Wahrheit sollen kinderlose Personen in Zukunft stärker belastet werden, und der BILD kann man dann sogar noch diesen Grund andrehen:

(Familien) … ziehen für uns alle die Beitragszahler von morgen groß.


Oh, Herr Sphan, wirklich … Familien ziehen überhaupt keine Beitragszahler groß, sondern Kinder. Und ob die Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, hängt im Wesentlichen davon ab, ob diese später Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft werden. Also nicht Beamter, Arbeitsloser oder Selbstständiger.

In die Tröte stößt dann auch ein Herr Sepp Müller (CDU):

Unsere Gesellschaft und unsere Sicherungssysteme funktionieren nur mit Kindern.


Wieder völlig am Thema vorbei. Wenn unsere „Sicherungssystem“ nur mit Kindern funktionieren würden, wären sie längst pleite. Auch sie funktionieren nur mit Arbeitnehmern. Und „die Gesellschaft“ produziert ja nicht mehr Kinder, nur weil die Kinderlosen laut Spahn jetzt „mit Recht“ abgezockt werden sollen.

Völlig untragbare Ansichten

Ich kann nur hoffen, dass Männer wie Herr Spahn und seine Gefolgschaft in der CDU nicht an Einfluss gewinnen – es wäre ein Rückfall in Zeiten, die wir schnell vergessen sollten: der Ausgrenzung von Unverheirateten und Kinderlosen als eher minderwertigem Teil der Gesellschaftsordnung.

Alle gekennzeichneten Zitate: WELT.

Ironie: Heute ist Singles Day -fiel mir aber erst später ein.

Der Alpha-Softie geistert wieder durch die Presse

Er hat unzweifelhaft Alpha-Qualitäten
Ich hatte ja gehofft, nie wieder den Begriff „Alpha-Softie 2.0“ zu lesen. Der ist inzwischen sein „2.0“ los, bleibt aber ein Alpha-Mann und zugleich ein Softie, und das liest sich dann so: Zitat shz:

(Frauen wollen) … einen gutaussehenden Mann mit Status, mit dem man - auch wegen seiner Bildung und Empathie - tiefergreifende Unterhaltungen führen kann, der Wünsche erkennt, ein „Versorgertyp“ ist und zugleich leidenschaftlicher Liebhaber.


Frisch aufgewärmt anhand von Daten des Statistischen Bundesamts

Die Geschichte wurde wieder aufgewärmt, nachdem das Statistische Bundesamt Zahlen vorgelegt hat, nach denen höher qualifizierte Frauen durchaus minder qualifizierte Männer heiraten. Wobei sich die „Qualifikation“ allerdings lediglich auf die Bildung bezieht. So ein Pech aber auch. Übrigens wurde die Behauptung, die Kombination von "Alpha" und "Softie" 2017 nur wiederholt - im Ursprung stammte sie sinngemäß aus dem Jahr 2012 und las sich so: (Zitat)

Der Alpha-Softie: Zwischen Kinderliebe und Karriere ... Frauen wünschen sich mehrheitlich das Beste aus zwei Welten - den karriereorientierten Versorger, der sich zu Hause in die Kindererziehung einbringt.



Für mich ist erstaunlich, wieso Frau Fischbach, die Hauspsychologin von ElitePartner, nun ihr altes Modell vom Alpha-Softie wieder aus der Grabbelkiste holt. Es war schon mehr als fragwürdig, als sie dies 2012 der Presse vorstellte. Denn eigentlich sind sogenannte „Alpha-Männer“ nicht unbedingt Koryphäen des Geistes, sondern eben nur „Alpha“ also „Führer“ ihres jeweiligen Rudels. Und die Frage, was ein „Alpha-Mann“ überhaupt ist, beantwortet Elite Partner selbst - freilich ziemlich aufgehübscht, indem diesem Mann allerlei positive Eigenschaften zugeschrieben werden, die ein Alpha-Tier nicht notwendigerweise braucht.

Der aufgewärmte Alpha-Softie

Und ein Alpha-Softie? Da verlassen wir endgültig die Gesellschaftsordnung von Primaten ebenso wie die der Menschen (die auch zu den Primaten gehören). Denn Alpha-Softies sind eine sozusagen „an der Schreibmaschine“ konstruierte Männergattung, die man oft spöttisch als „eierlegende Wollmichsäue“ bezeichnet.

Wie die „shz“ (Schleswig-Holsteinischer Zeitung) nun auf die Idee kam, sich des Themas anzunehmen? Ich lächele an solchen Stellen immer ein wenig. Man muss die Zeitung ja irgendwie vollkriegen, oder?

Warum ich niemanden kriminieren kann

Ich hätte so gerne Mitleid mit jenen, die diskriminiert werden. Leider weiß ich nicht so genau, was „diskriminieren“ eigentlich ursprünglich bedeutet, und vor allem, was passiert, wenn ich das „Dis“ amputiere. Und da staune ich nun doch: „Kriminieren“ wäre dann eine andere Form von „Kriminalisieren“, auch „Beklagen“ oder „Beschuldigen“.

Weiße und Männer können gar nicht ... nur Dunkelhäutige und Frauen?

Oh, ich lese, das „Männer oder Weiße“ nicht als „Männer oder Weiße“ diskriminiert werden können. Und was heißt das? Ich sage es euch; „Diskriminieren“ ist ein absolut mieses Bildungsdeutsch, das eigentlich nur von Menschen benutzt wird, die ein wenig verschleiern wollen, was sie wirklich meinen. Und das wäre: „Unter Verachtung ausgrenzen“. Heißt: Wenn ich in einer Umgebung von weißhäutigen Menschen lebe, dann sollte ich einen dunkelhäutigen Menschen nicht mit Verachtung ausgrenzen. Wäre nun aber blöd, wenn ich unter dunkelhäutigen Menschen leben würde, denn die könnten mich ja auch durch Verachtung strafen. So ganz passt das mit dem „Weiß“ also nicht.

Frauen ausgrenzen?

Und mit den Männern? Die Voraussetzung dafür, etwas zu diskriminieren, ist zunächst, etwas zu unterscheiden, und das, was unterschieden wird, dann auszugrenzen. Also könnten Männer tatsächlich Frauen ausgrenzen. Sie wären natürlich ganz schön dumm, wenn sie’s täten, und deshalb tun sie es nicht. Aber: Sie können Frauen diskriminieren. Und wie geht das? Indem man das Wort „Diskriminieren“ mit „Abwerten“ übersetzt – oder einfach dumm und dreist aus dem Hirn heraushaut, weil man es in diesem Zusammenhang mal gehört hat. Aber, mal echt: Wie können Männer als Gruppe im Ernst Frauen als Gruppe ausgrenzen und dann abwerten? Indem sie diese mit dem Wort für ihre Geschlechtsteile bezeichnen? Bilden Frauen überhaupt eine Gruppe? Oder eine Minderheit?

Männer ausgrenzen?

Fragt sich nun also auch: Warum sollte es Dunkelhäutige und Frauen oder eben auch Dunkelhäutigen oder Frauen nicht möglich sein, Männer zu diffamieren? Haben wir etwas nie von Frauen gehört, dass sie uns Männer über unseren Penis definieren? Hörte ich nicht, dass Männer sogar mit dem Penis denken? Dass sie alle Schweine oder Arschlöcher sind? Und wenn’s den harten Jungs oder den starken Frauen recht ist, waren die sanfteren unter den Männern da nicht auch schon mal „Weicheier, Sitzpinkler oder „Mädchen“? Und werden nicht diejenigen bewundert, die „Eier haben“ – das bedeutet zwar „Mut haben“, bezieht sich aber doch wohl auf die Hoden, oder sehe ich das ganz falsch?

Das Humpty-Dumpty-Prinzip: Behaupten und Durchsetzen

Ja – ich sehe natürlich alles falsch. Denn (Zitat):

Männer und Weiße können ungefähr alles auf der Welt haben, aber Diskriminierung können sie nicht haben. Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße und keinen Sexismus gegen Männer.


Es gibt nur das, was die Pseudo-Intellektuellen wollen. Sie spielen ihre Spielchen mit Wörtern und drücken sich absichtlich kompliziert aus - und verstecken sich hinter Fremdwörtern. Denn würden sie es anders sagen, würden wir ja mitreden können. Und dann würden wir vielleicht auch mal etwas „kriminieren“ wollen. Ach, wie bitte, das stimmt wieder gar nicht? Genau so ist es. Weil sich die Soziologen und andere Komplizierer da ein Wort zurechtgeschustert (1) haben, das es so gar nicht gibt: die Diskriminierung.

Und so, wie ich zu Anfang dieses Artikels „auf dumm“ gemacht habe, so wird es auch Millionen anderer Menschen gehen: Sie werden von diesen Unsinnswörtern mit akademischem Beiklang verdummt. Oder auch: Humpty Dumpty lässt grüßen (2). Man behauptet eben mal frech, ein Wort bedeute etwas und nutze es dann, um Andersdenkende zu Dis … ja, eher zu diskreditieren. Oder eben abzuwerten. Männer kann man als Frau abwerten. Es ist ganz leicht.

(1) gegen 1890 überhaupt nur in "Meyers" Konversationslexikon, dort im Sinne von "Abtrennen", "Aussondern".
(2) Nach "Alice hinter den Spiegeln"