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Warum Verteidiger nichts bewirken

Warum Verteidiger kulturell nichts bewirken - Sie sehen schon, ich meine nicht den Fußball.

Wenn eine Gefahr droht, ist es sich gut, auf eine Verteidigung vorbereitet zu sein. Zahllose Bewegungen glauben derzeit, dass „uns“ eine Gefahr droht. Die #MeToo-Frauen behaupten, alle Frauen seien im Prinzip in einer Verteidigungssituation gegenüber „den Männern“. Ihre Waffe heißt „Öffentlichmachung“. Sie glauben an den Erfolg ihrer Mission. Sie hoffen drauf, dass „die Männer“ unter dem Druck ihrer Argumente zurückhaltender werden. Und sie vergessen: Jede Aktion war eine Einzelaktion, so bitter dies auch klingen mag. Da war nicht „die Männlichkeit“ tätig oder das, was die Masse der Männer ausmacht. Da war ein Mann, und da war eine Frau.

Rechts und Links wüten die „Verteidiger“

Die Leute von Rechts – egal wie sie heißen mögen und welche Etiketten sie vorne draufkleben, halten derzeit den Islam für die Wurzel allen Übels. Und wenn nicht den Islam, dann zumindest „die Flüchtlinge“. Sie versuchen, all dies öffentlich zu machen und sehen darin eine Mission – wies so viele ander auch, die in Missionen unterwegs sind. Und sie sagen sich: Die „Ausländer“, die „Asylanten“ oder „die Flüchtlinge“ sind schuld, wenn in Deutschland etwas schiefgeht – sei es ein Verbrechen, sei es der Verlust deutscher Kultur oder die Gefährdung der Vollbeschäftigung.

Sagte ich „rechts“? Entsprechende Populisten gibt es in vielen Parteien – die FDP muss da ganz ruhig sein, die CSU ebenfalls, und nun gibt es eben auch Frau Wagenknecht bei der Partei „Die Linke“. Da mag man über die Linke und die Töne, die sie sonst anschlägt, lächeln, doch Frau Wagenknecht versucht, „deutsche Arbeitnehmer“ gegen „mögliche ausländische Arbeitnehmer“ auszuspielen. Indessen gibt es da nichts zu verteidigen. In Deutschland fehlen Arbeitskräfte in namhaften Bereichen, quer durch die Bildungsstufen – vom Spüler in der Kantine bis zum Facharzt in der Kleinstadt.

Was gibt es eigentlich ständig zu verteidigen? Den Bio-Deutschen? Das Christentum? Das „Deutschsein“ als Kulturerbe?

Die Macht des Guten entsteht nicht durch Verteidigung

Die Macht des Guten und ihr Einfluss entstehen nicht durch Verteidigung – das gilt für politische Parteien, weltanschauliche Bündnisse und sogar für #MeToo. Sie entsteht vielmehr dadurch, dass diejenigen, die nach Macht streben und sie ausüben, das Gute in den Vordergrund stellen. Wer echte oder vermeintlich deutsche Tugenden will, soll sie bitte vorleben, nicht verbal verteidigen. Und er sollte nicht irgendwelche schwammigen „Massen“ angreifen, sondern sich selbst klar darüber werden, wer er selbst ist und was er selbst bewirken kann.

Für mich schließt sich der Kreis hier, denn dergleichen gilt auch für #MeToo – denn jede Frau (und ebenso natürlich jeder Mann) muss sich hier fragen: Was kann ich selbst bewirken, um Übergriffe zu verhindern?

Aprikosenmarmelade mit Zitronenmelisse

Aprikosenmarmelade nach Sehpferd-Art

Das brauchen Sie wirklich:

• 1 kg Aprikosen, entsteint, sonst komplett.
• 500 g Gelierzucker 1:2
• 2 bis maximal 6 Zweige marktfrische Zitronenmelisse. Stiele entfernen und Blätter fein hacken.
• 1/2 Zitrone oder Limette, entsaftet
• Weitere Gewürze (sparsam verwenden) nach Geschmack.

Wenn das Rezept nur im Hirn sitzt, dann fliegt es von Saison zu Saison schon mal heraus. Also auf ins Internet: Und da beginnt das Abenteuer. Komplizierte Zubereitungsmethoden, fragwürdige Mengenangaben. Die Grundfrage war: wie viel Zitronenmelisse auf wie viel Aprikosen? Beginnen wie mit den Aprikosen: Sie benötigen zwischen einem und zwei Kilogramm für Ihren Jahresbedarf an Marmelade, und sie sollten reif, aber nicht überreif sein. Die Schalen bleiben dran, die Steine kommen raus. Wie weit sie die Aprikosen zerschnippeln, hängt davon ab, ob Sie mit Fruchtbrei oder mit Stücken weiterarbeiten wollen: Den Fruchtbrei erzeugen sie im Mixer oder mit einem „Zauberstab“ – da können sie sich das Schneiden in „kleine Stücke“ sparen.

Nun, Zitronenmelisse kauf man nicht nach Gramm – wenn man sie überhaupt bekommt. Ein Zweig in der Größe, wie man sie möglicherweise im Feinkosthandel bekommt, wiegt etwa 8 – 10 Gramm und bringt am Ende gegen 6 Gramm Blattwerk. Je nach Rezept werden 10, 30 oder 35 Gramm pro Kilogramm Aprikosen empfohlen, also braucht man zwischen zwei und sechs Zweiglein pro Kilogramm Aprikosen. Weitere Gewürze, die sich in der Aprikosenmarmelade „gut machen“, sind frischer Ingwer, Vanille und eventuell eine kleine Prise besten Currypulvers (nicht den Schrott, den man für Currywüste nimmt). Der Saft einer Zitrone oder Limette schadet nie.

Keine welke Melisse verwenden

Die Zitronenmelisse muss unbedingt marktfrisch sein. Man nimmt nur die Blätter, die mit dem Wiegemesser fein geschnitten werden. Die Melisse kommt erst gegen Ende des Kochprozesses in die Marmelade.

1:1 Zucker macht die Marmelade sehr süß

Aprikosenmarmeladen-Rezepte mit Gelierzucker 1:1 führen zu einer sehr süßen Masse, deren Zuckergehalt den Geschmack der Aprikose stark verändert. Am besten ist daher Gelierzucker 2:1 geeignet. Versuche mit Gelierzucker 3:1 fallen fruchtiger aus, schmecken aber etwas säuerlich.

Komplizierte Prozeduren sind unnötig

Hausfrauen behaupten, man müsse die mit Zucker versetzte Fruchtmasse oder gar ganze Aprikosenstücke mit dem Gelierzucker vermischen und über Nacht im Kühlschrank aufbewahren. Das habe den Vorteil, die Marmelade vitaminreicher zu halten, da sie kürzere Zeit gekocht wird. (Etwa vier Minuten). Ob man sich die Mühe machen will? Ich denke, diese Prozedur kann man sich gewiss sparen.

Angaben über Kochzeiten stehen auf der Zuckerverpackung

Rezeptangaben für die Menge von Gelierzucker, Kochzeit und dergleichen halte ich für überflüssig, sie stehen auf der Packung des Zuckers. Was ich in keinem Rezept fand: Nach drei Minuten Kochzeit (sprudelnd) die Gelierprobe machen. Auf einen kühlen, weißen Teller einen halben Teelöffel der Masse tropfen lassen. Einen Moment warten (eventuell „pusten“) und dann schauen, ob die Masse noch „läuft“. Wenn nicht, ist die Marmelade gut.

Hinweis: Mir ist bewusst, dass es sich um einen "Fruchtaufstrich" handelt und nicht um eine Original-Marmelade, die aus Zitrusfrüchten hergestellt wird.

Leipzig: Investor verärgert die Stadt und ihre Bürger

Zuerst schien es nur ein Poker um die Miete für ein Warenhaus zu sein – nun aber hat es ein Investor „geschafft“, die ganze Stadt in Rage zu bringen. Nicht nur das Haus Karstadt und seine Mitarbeiter, auch der Stadtrat und der Oberbürgermeister haben die Brisanz erkannt – denn die Attraktivität der Leipziger Innenstadt ist in Gefahr.

Hintergrund ist ein Streit um die Miete für das von Karstadt genutzte Gebäude, das mittlerweile dem Investor Even Capital gehört. Die Wurzeln liegen allerdings in einem Fehler im System: Wer Immobilien verkauft und zurückmietet, spielt den Investoren und ihren Interessen in die Hände – und verliert jegliche Kontrolle über den Mietpreis. Die FAZ berichtete darüber schon 2009.

Der Eklat zwischen der Stadt, dem Investor und Karstadt eskalierte vor einigen Tagen, als Mitarbeiter versuchten, eine Petition mit 50.000 Unterschriften an der Luxemburger Adresse abzugeben, an dem der Investor registriert ist. Nach Presseberichten wurden diese sofort achtlos in eine Altpapiertonne geworfen, was zwangsläufig zum Zorn von Presse und Stadtrat führte.

Allerdings wurde heute bekannt, dass der Leipziger Oberbürgermeister den Streit nun zur „Chefsache“ erklärt hat. Er kündigte an, sich in den nächsten Tagen „mit Vertretern beider Seiten auszutauschen.“

Der Stadt Leipzig, seinem Gemeinderat und dem Oberbürgermeister kann man nur Glück wünschen. Karstadt Leipzig muss bleiben, und zwar dort, wo es jetzt ist.

Hold – von der Schwierigkeit, ein neues Wort zu finden

Das Thema „hold“ habe ich schon einmal behandelt, und Leser, die mir hold sind, werden sich möglicherweise daran erinnern.

Dieser Tage habe ich im Rahmen von Recherchen darüber nachgedacht, wie ich jemandem das Wort erklären kann, der diesen Satz liest:

Die Dame war ihm hold und schenkte ihm schließlich ihre Gunst.


Na schön. Bestenfalls verwenden wir das Wort „hold“ noch in Verbindung mit dem Glück, das uns hold ist, während der Unhold uns garantiert nicht hold ist. Aber, was zum Teufel, ist eigentlich hold?

Alle Synonyme, die wir für das Wort finden, sagen entweder nicht das Gleiche aus oder sie klingen reichlich muffig. Die Dame im Beispiel könnte ihrem Galan „zugetan“ oder ihm „gewogen“ sein. Sie kann ihm auch zugeneigt sein, eine Neigung für ihn entwickeln, ihn liebevoll begünstigen, sich seiner annehmen oder ihm Wohlwollen entgegen bringen.

So richtig zeitgemäß klingt das nicht, oder?

Wir könnten natürlich schreiben:

Die Frau mochte ihn gerne und schlief schließlich mit ihm.


Am scheußlichsten wäre sicherlich:

Aus Nettigkeit vögelte sie ihn schließlich.


Ich sehe schon - die Musen sind uns nicht mehr hold, falls wir uns „modern“ ausdrücken wollen.

Umschreibungen von Texten

Ich werde oft gefragt, was es eigentlich bedeutet, Texte umzuschreiben. Gerade im wissenschaftlichen Bereich wird ein abscheuliches Kauderwelsch zusammengeschrieben. Man will damit den Kollegen zeigen, wie kompetent man auf seinem Fachgebiet ist, indem eine Kunstsprache verwendet wird. Als Beispiel wird oft das „Computerchinesisch“ genannt. Dabei wird vergessen, wie viele meist unzugängliche wissenschaftliche Werke oder Zeitungsartikel in einer Sprache verfasst werden, die nur einem Fachbereich wirklich geläufig ist. Das wirklich Merkwürdige daran: Wenn wir es „übersetzen“, "lesbar machen“ oder „vereinfachen“ glauben die Autoren, wir hätten ihre Texte falsch wiedergegeben. Sie bestehen dann oft darauf, dass nur ihre Wortwahl wirklich ausdrückt, was sie sagen wollten.

Wobei wir den Hasen im Pfeffer gefunden haben: Meist können sie gar nicht sagen, was sie sagen wollten, weil sie in Formeln und Verklausulierungen schreiben.


Im folgenden Text geht es um Gefühle und Literatur:

Das Original:

Stärker rezeptionsorientierte Studien konzentrieren sich auf die emotionalen Wirkungen literarischer Rezeptionsprozesse. Diese rekonstruieren sie mitunter auch unter Zuhilfenahme von aus den Kognitionswissenschaften gewonnenen Heuristiken.


Die Umschreibung:

Einige Studien zielen vor allem darauf, wie der Leser die Texte emotional aufnehmen wird. Die Forscher verwenden dabei auch die Problemlösungen einer neuartigen Wissenschaft (Kognitionswissenschaft), die sich mit dem menschlichen Erkennen beschäftigt.


Vereinfacht:

Um zu erfahren, wie Leser die Gefühle aufnehmen, die in Büchern beschrieben werden, nutzen manche Forscher heute eine neue Wissenschaft, die sich mit dem menschlichen Verstehen beschäftigt.