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Und es soll gesagt werden ...

Ich weiß nicht, ob meine Meinung für irgendeinen Menschen von Bedeutung ist. Doch ich hoffe täglich, dass mir jemand zustimmt, widerspricht oder möglicherweise sein Leben neu ausrichtet, weil er etwas von mir gelesen hat.

Kürzlich las sich anderwärts

Hier ist meine Meinung: Nimm sie hin, wie sie ist oder lies woanders.


Mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass meine Stimme „über den höchsten Wipfeln schallt“ oder in die bedürftigsten Hirne eindringt. Und doch denke ich: Da gibt es viel zu viel Meinungen (und leider auch Tatsachen), die selten geäußert werden. Die meisten, die nicht mit den Wölfen heulen wollen, schweigen lieber. Und die meisten jener, die „alternative Wahrheiten“ herausbrüllen, verbreiten nichts als Fake News, Hass und Zwietracht.

Zwei Sätze aus meiner eigentlichen Heimat, beide ursprünglich in Niederdeutsch, prägen mein Verhältnis zur Öffentlichkeit bis heute:

- Schrei nicht mit den Massen.
- Tu, was du willst, die Leute reden sowieso über dich.


Für viele wird das, was ich sage und schreibe, absurd sein. Sie sollten sich Gedanken darüber machen, wie absurd das ist, was sie selber denken und fühlen, und wenn sie mir eine glaubwürdige Erklärung dafür geben können, warum ihre Meinung stichhaltiger ist.

Scheele Blicke, die auf mich gerichtet sind, verletzte Gefühle bei anderen – das muss ich in kauf nehmen. Ich hoffe nur, dass es einige dennoch erfreut, was ich schreibe.

Warum ich keine Appelle an Frauen und Männer richte

In den letzten Wochen las ich ziemlich viele Sätze über Gewalt gegen Frauen, zum Beispiel den, „Wir alle müssen jetzt ein Zeichen setzen.“

Zeichensetzung, das wissen alle Schriftsteller, ist ein bisschen Auffassungssache. Und so lese ich etwas verwirrt weiter und frage mich, wie ich ein Zeichen setzen kann. Wirklich, ich hätte es getan.

Nachdem ich mich durch wörtliche Zitate und zitierte Zahlen gequält hatte, entdeckte ich einen der wenigen authentischen Sätze (1):

Und auch wir müssen mehr Verantwortung füreinander übernehmen. Wir müssen uns einmischen, wenn wir das Gefühl haben, es wird jemandem Unrecht getan. Wir müssen aufmerksam sein und auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen. Und ganz besonders müssen wir Hilfe leisten. Wir alle. Auch du.


So etwas nennt man einen Appell. Doch an wen richtete er sich, wenn „wir“ das alles tun müssen? Und wann und wo sollten wir etwas tun oder schreiben, was wirklich sinnvoll ist?

Klischees und Wahrheiten

An anderer Stelle konnte ich lesen (2):

Demnach gilt der Mann seit Jahrhunderten als machtloses Opfer seiner Triebe, weswegen den Frauen die Verantwortung für den sexuellen Kontakt aufgebürdet wird.


Ich habe daraufhin ein Interview mit der Autorin gelesen, das sehr aufschlussreich war. Diesen Satz würde ich jedem zum Bedenken geben (3):

Der Hauptteil der Vergewaltigungen findet allerdings nach wie vor in der eigenen Familie, im Freundeskreis oder bei Dates statt.


Sollte ich doch Zeichen setzen?

Welche Zeichen sollte ich also setzen? Ebenfalls an Menschen appellieren, mehr auf sich zu achten? Oder mehr Verantwortung für sich selbst zu übernehmen? Weder sich selbst noch andere zu gefährden?

Nun gut, ich könnte schreiben: „Männer sollten bitteschön ihre Triebe besser kontrollieren.“ Oder „Frauen sollen sich bitte schön nicht grundsätzlich als machtlose Opfer präsentieren.“

Und ich könnte dieses Zeichen setzen: „Frauen, die blöd angemacht werden, genötigt oder gar vergewaltigt werden, tragen nicht die Verantwortung für dieses Geschehen.“

Aber diese Sätze sind bereits in Tausenden ähnlicher Appelle enthalten. Und sie werden eben auch auf andere Situationen erweitert. Etwa, wenn mir hundertfach entgegendröhnt, „die Männer“ seien an „allem“ schuld, zum Beispiel, weil sie Schweine sind. Oder wenn ich auf fragwürdigen Beraterseiten lese: „Lass dir nicht einreden, dass du die Verantwortung dafür trägst, wenn du keinen Erfolg bei der Partnersuche hast.“

Dann denke ich: Selbstverständlich bis du, Frau, nicht Schuld, wenn du ein Opfer wirst. Aber nachdem das einmal geklärt ist – es bedeutet nicht, dass du niemals dafür verantwortlich bist, wenn dein Leben schief läuft.

Ich setze kein Zeichen, und das ist gut so

Und also setze ich mal kein Zeichen, sondern sage: Es wird Zeit, einmal von den Gegensätzen und Anfeindungen herunterzukommen. Eine Frau soll so denken, fühlen und handeln können, wie sie mag. Und ein Mann selbstverständlich auch. Das ist eigentlich alles. Klar, dass es dabei auch Konflikte gibt, und über die müssen wir sprechen.

(1) GoFeminin.
(2) Süddeutsche Zeitung.
(3) Süddeutsche, Interview mit Mithu Sanyal.

Microsoft und „keine Internetverbindung“

Ein Computer, vor allem aber ein Notebook, ist ohne Internet kaum mehr als eine Schreibmaschine. Und wenn’s wirklich passiert, dass sich das Internet abmeldet, dann ist der Verursacher nicht das Betriebssystem, sondern der bescheuerte User.

Da geht nun also der Ex-IT-Organisator der Sache auf den Grund, mal unter der Annahme, er wäre nicht der „DAU“, der dümmste anzunehmende User.

Es gab da doch eine Lösung? Leider eben nicht!

Aus Erfahrung weiß er, dass Microsoft eine zwar ziemlich unzugängliche und selten wirksame, aber dennoch erkennbare Maßnahme eingebaut hat: Einen Problemlösungsgenerator, speziell für solche Fälle, genannt „Netzwerkproblembehandlung“. Der ackert eine ganze Zeit und gibt am Ende dann nach vielen Versuchen die sattsam bekannte Meldung aus, dass die Probleme leider nicht behoben werden können. Die typisch arrogante Kommunikation, mit der Softwarefirmen (nicht nur Microsoft) ihre Kunden gerne abfertigen. Das Angebot, die Sache doch bitte an Microsoft zu melden (ein Klick, klar) scheitert daran, kein Internet zu haben. Ach, nee …

Meistens hilft, den Computer mehrfach hinunter- und wieder hinaufzufahren, wozu der alte Chefprogrammierer der damaligen Zett gesagt hätte: „Oh, da hat sich wohl ein Bit verhakt.“

Das Internet - keine brauchbaren hinweise - viel Schrott auch vom "Fachmann"

Ich habe dankenswerterweise Weise gar nicht erst mit meinen anderen Kisten ins Internet geguckt, um den Fehler zu beheben. Da schreibt Unisono einer vom andern den üblichen Stuss ab: „Du hast wohl deinen Router falsch konfiguriert“, an dem liegt es unter Garantie. Da fehlt auch nie der Hinweis, den „Proxyserver zu überprüfen“ und zum Schluss die Super-Alternative: „Ach, nehmt dich mal euer Anti-Viren-Programm heraus.“ Tja, das war wohl nix, Freude – wie denn überhaupt 90 Prozent aller Tipps aus dem Internet, gemittelt aus den Antworten von Foren und Fachzeitschriften, ziemlich aus der Luft gegriffen sind.

Natürlich kein Router-Problem

Bliebe ein anderes Konnektor, um die WLAN-Verbindung herzustellen: Funktioniert auch nicht. Und bevor ihr fragt: WLAN am Router funktionierte glorios. Ein testweise eingesetzter Mikro-Router brachte ohnehin auch keine anderen Ergebnisse.

Was letztlich half - aber als äußerst unvorsichtig gilt

Den Angsthasen wird komisch vorkommen, was ich dann tat (und ich kann es euch auch nicht empfehlen): Wenn bei bei meinem zweiten Standbein, einem Linux-System, mal gar nicht mehr geht, dann schalte ich den Computer „heiß aus“ – also bei laufendem Betriebssystem. Das kann schief gehen, deshalb die Warnung. Wenn man's tut, droht Datenverlust.

Zurück zu meinem Notebook. Da ist immer die Frage, ob es sich wirklich „heiß“ ausschalten lässt, weil keiner weiß, ob es nicht doch noch Reste des Systems mit Strom versorgt werden, wenn der Druckschalter auf „Aus“ steht. Also: Lange drücken, der Computer schaltet sich aus. Beim Wiedereinschalten motzt er – soll Windows wirklich auf normale Art gestartet werden? Erfahrungsgemäß versucht man so etwas am besten erst einmal mit „Normal“. Die Kiste eiert irgendwie herum, kommt dann aber wieder und zeigt dann tatsächlich eine Internetverbindung an. Bloß: Als ich das erste Programm (Norton) aufrufe, bekomme ich einen schwarzen Bildschirm – und der bleibt.

Jetzt reicht „kurz drücken“. Windows meldet mir noch mal, dass ein Problem vorliegt, und ich sag wieder, es soll mal ganz hübsch normal hochfahren. Außerdem habe ich jetzt mal das Netzkabel angeschlossen – könnte ja sein, dass alles wieder etwas länger dauert.

Uff ... es geht wieder

Am Ende: Ein Ping per Betriebssystem beweist: Alles läuft tadellos, Firefox geht auch, macht gleich mal ein Update – Norton mehrere.

Fragen Sie mich doch gar nicht erst, wieso … nur eines wird mir klar: Wäre ich ein Angsthase, hätte ich bei meinem ansonsten freundlichen Computerreparateur viel Geld für die „Beseitigung des Fehlers“ zahlen müssen, für den ich keinerlei Verantwortung trug. Doch das interessiert Softwarefirmen ohnehin nicht.

Die neue Prüderie tarnt sich hinter Pseudo-Argumenten

Die neue Prüderie drückt sich vor allem darin aus, dass der „Kapitalismus“ oder seine verlässlichste Ausprägung, „der Konsum“, für alles verantwortlich gemacht wird.

Gerade las ich:

Wie Frauen und Männer Sexualität wahrnehmen oder Partnerschaft erleben, ist mittlerweile stark fremdbestimmt.


Die Neunmalklugen wissen wieder einmal alles, nicht wahr? Nur eines haben sie, wie mir scheint, längst vergessen: Jeder von uns Menschen, der nicht den „gottgleichen Blick“ von oben hat, muss sein Leben selbst finden, selbst gestalten und selbst verantworten. Und das gilt auch für die Sexualität, die ja nicht ständig solo praktiziert wird, sondern für die man tunlichst einen Partner suchen sollte. Daraus entsteht, über Versuch-und-Irrtum sowie zahllose verbale und körperliche Dialoge, dann das reale Bild von der eigenen (und der fremde) Sexualität.

Ich selbst schrieb den Moralisten und Aufklärungsverhinderern jüngst ihren Irrtum ins Stammbuch:

Junge Menschen dürfen auf gar keinen Fall über alles informiert werden, was die Lüste betrifft, aber sie dürfen jedem Irrglauben darüber nachhängen.


Leider – ja wirklich leider – gilt dieser Satz, den ich für die Situation vor etwa 150 Jahren erdachte, auch heute noch. Mag der Irrglauben aus klerikalen Kreisen kommen oder aus der angeblich „aggressiven“ Sexualisierung, die falsche Vorbilder prägt – es gilt, jungen Menschen die Wahrheit zu vermitteln ohne ihnen die Fantasie zu entziehen.

Zitat (1) aus: Freie Presse