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Leipzig: Investor verärgert die Stadt und ihre Bürger

Zuerst schien es nur ein Poker um die Miete für ein Warenhaus zu sein – nun aber hat es ein Investor „geschafft“, die ganze Stadt in Rage zu bringen. Nicht nur das Haus Karstadt und seine Mitarbeiter, auch der Stadtrat und der Oberbürgermeister haben die Brisanz erkannt – denn die Attraktivität der Leipziger Innenstadt ist in Gefahr.

Hintergrund ist ein Streit um die Miete für das von Karstadt genutzte Gebäude, das mittlerweile dem Investor Even Capital gehört. Die Wurzeln liegen allerdings in einem Fehler im System: Wer Immobilien verkauft und zurückmietet, spielt den Investoren und ihren Interessen in die Hände – und verliert jegliche Kontrolle über den Mietpreis. Die FAZ berichtete darüber schon 2009.

Der Eklat zwischen der Stadt, dem Investor und Karstadt eskalierte vor einigen Tagen, als Mitarbeiter versuchten, eine Petition mit 50.000 Unterschriften an der Luxemburger Adresse abzugeben, an dem der Investor registriert ist. Nach Presseberichten wurden diese sofort achtlos in eine Altpapiertonne geworfen, was zwangsläufig zum Zorn von Presse und Stadtrat führte.

Allerdings wurde heute bekannt, dass der Leipziger Oberbürgermeister den Streit nun zur „Chefsache“ erklärt hat. Er kündigte an, sich in den nächsten Tagen „mit Vertretern beider Seiten auszutauschen.“

Der Stadt Leipzig, seinem Gemeinderat und dem Oberbürgermeister kann man nur Glück wünschen. Karstadt Leipzig muss bleiben, und zwar dort, wo es jetzt ist.

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