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Gedanken über Qualität und Gleichmacherei

Wo ehemals die Ladenbesitzer ihre Waren aus feinstem Tuch und edelstem Porzellan präsentierten, liegt heute Klamottenladen neben Schnelleinkleider, Kneipe neben Bistro und Irgendwas-Boutique neben Sonst was-Boutique.

Ja, die Mieten in den „High Streets“ sind viel zu hoch, die Konkurrenz der Billigheimer ist riesig - und doch fragt man sich – ey, will denn niemand mehr Qualität kaufen, qualitativ hochwertig essen oder sich gepflegt amüsieren?

Oh ja, die Armen. Sie würden dort nicht kaufen. Sie würden dort nicht essen. Sie würde sich dort nicht amüsieren können. Denn diese Geschäfte, Gaststätten und Amüsiertempel müssten Preise nehmen, die etwas über dem Billig-Standard lägen.

Was unterscheidet heute von gestern? Heute geht schlecht und billig, passabel und billig und – sehr selten – gut und billig. Und es geht noch schlecht und teuer, passabel und teuer und – auch immer seltener – hochwertig und teuer.

Der Durchschnitt verkommt zu "billig"

Heute strebt alles zu einer Mitte, in der für den Durchschnitt alles Durchschnitt sein muss, mit geringen Abweichungen. Qualitäten „über dem Durchschnitt“ werden durch Werbung erzeugt, wenig beworbene Qualitäten an der Grenze zu „Billigkram“ werden zu Standards.

Die Trennung von „Arm und Reich“ hat sich nicht verstärkt, wie viele meinen, sondern seit den 1950er Jahren deutlich egalisiert. Und ja, ich kenne sie, die Zeiten, als das bei den angeblich „kleinen Leute“ mal gerade bis zum 20. eines Monats reichte, wenn überhaupt. Zeiten mit deutlich höheren Frischnahrungsmittel- und Genussmittelpreisen.

Was wäre wohl, wenn wieder allenthalben bessere Qualitäten angeboten würden? Ich fürchte, man würde mir das Argument der Gemüse-Erdbeerkäufer entgegengeworfen würde: „Aber die Kinder wollen im März frische Erdbeeren unter zwei Euro dass Pfund essen.“

Es wäre schön, wenn Kinder lernen würden, wie gute, reife Früchte schmecken – nicht, dass man sie auch im März manchmal schon in Sonderangeboten „billig“ kaufen kann.

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