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Eine Chance ist genug, Herr Schulz!

Einmal ist genug. Eine zweite Chance verdienen nur diejenigen, die keine Verantwortung für ihr erstes Versagen tragen. Wer jetzt, sozusagen im Nachhinein, noch um eine zweite Chance bettelt, hat den Respekt bereits verspielt.

Aber: Welche wichtigen Punkte wurden denn im ersten TV-Duell nicht angesprochen? Da zeigt sich, dass die Presse ebenso im Vakuum agiert wie Herr Schulz. So die FAZ. Die schreibt:

Aber warum steht er dann nicht auf und macht die angespannte Wohnsituation in den Städten zum Thema, die immer höheren Mieten, die Entvölkerung mancher Innenstädte, in denen sich viele schon jetzt keine bezahlbare Wohnung mehr leisten können?


In „den Städten?“ Da hat ja mal wieder jemand weit ausgeholt. Zwar stimmt es, dass in insgesamt 313 Städte und Gemeinden die Mietpreisbremse eingeführt wurde – aber leider so gut wie erfolglos, weil sie niemandem wirklich nützt. In Thüringen gibt es Wohnraum in Hülle und Fülle, nur mal so nebenbei bemerkt. Und hat die „Entvölkerung der Innenstädte“ wirklich etwas mit den Mietpreisen zu tun? Oder mit der Ideenlosigkeit der Stadträte und Gewerbetreibenden, in denen dies so ist?

Das Beispiel mag zeigen, wie kompliziert manche Themen sind, und wie wenig sie sich dafür eignen, vor Fernsehkameras „verhackt“ zu werden. Denn die Preise bei Mieten sind gegenwärtig ganz wesentlich von der Bevölkerungskonzentration abhängig. Und die eigentliche Lösung, nämlich Neubauten, wird künstlich erschwert.

Das Volk, so heißt es allenthalben, erwarte Schaukämpfe. Zum Beispiel um die „Rente ab 70“ – ebenfalls ein sehr kompliziertes Thema, für das es keine „einfachen Lösungen“ gibt, weder „wir brauchen sie unbedingt“ noch „sie darf auf keinen Fall kommen“. Das sind die berühmten Hohlsprüche – und auch, wenn Herr Schulz und Frau Merkel sich dabei auf dem Fußboden des Studios kloppen würden, wäre nichts gewonnen. Kann man der Siegerin des ersten Duells verdenken, dass sie Herrn Schulz einen Korb gibt? Ich denke, sie hat absolut recht. Schulz kommt derzeit im Fernsehen genug zu Wort – und Frau Merkel auch.

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