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Manipulation

„Manipulation“ ist ein Wort aus der pseudo-intellektuellen Sprache angeblich „gelehrter Stände“ im 19., mehr noch im 20. Jahrhundert. Als Ursache wird allgemein die populistische Verbreitung der Psychoanalyse angesehen. Sie veränderte die ursprüngliche Bedeutung des Wortes in eine gezielte Steuerung des Denkens, Fühlens und Verhaltens bei einer anderen Person. Wer heute von der Manipulation von Menschen spricht, meint also ihre Beeinflussung durch „Kunstgriffe“.

Manipulation gehört zum Leben

Dabei ist der Begriff ausgesprochen unscharf. Denn es ist weder falsch noch unethisch noch abträglich, Menschen zu beeinflussen. Es gäbe keine Lehre, wenn es nicht möglich wäre, Menschen zu neuen Zielen zu führen. Jeder Erzieher oder Lehrer manipuliert, Ärzte und Berater manipulieren, die Freunde und Verwandten manipulieren, und der Mainstream oder Zeitgeist tut es auch.

Beeinflussung anderer zum eigenen Nutzen ist verwerflich

Gefährlich ist hingegen, einen Menschen so zu manipulieren, dass der Manipulateur den größten Nutzen davon hat, der Manipulierte aber einen geringen oder gar keinen Nutzen. Das ist bei manchen Sekten, in der Rekrutierung von Prostituierten und in vielen anderen, harmloseren Bereichen der Fall. Manipulation liegt also dann vor, wenn Menschen gezielt beeinflusst werden, um einem anderen zu dienen, der den Vorteil daraus zieht.

Ohne Defizite keine Manipulation

In fast allen Fällen sucht sich der Manipulateur oder die Manipulateuse einen Menschen, der ein Defizit hat: Anerkennung, Ansehen, Freundschaft oder Liebe, aber auch sexuelle Erfüllung sind häufige Defizite. Diese Defizite werden zunächst erfüllt, aber nicht vollständig und nicht dauerhaft – und eben auch nicht aus Zuneigung oder Lust.

Die Opferrolle sollte vermieden werden

Nach einiger Zeit wacht der oder die Manipulierte auf wie aus einem Traum: Sie oder er hat alles gegeben, aber es gibt nicht zurück. Das heißt: Was „ausgegeben“ wurde, zahlt sich nicht aus. Weil meist mit Emotionen „bezahlt“ wurde, reißt das „Erwachen“ ein Loch in die Kasse der Emotionen, die ohnehin nicht reich bestückt war. Der Katzenjammer, das Lamentieren oder gar eine Störung der emotionalen Gesundheit können die Folge sein. Normalerweise schenkt man den Manipulierten Trost, in dem man die Manipulateure als Heuchler, Schwindler oder Betrüger brandmarkt. Man muss aber feststellen, dass Manipulateure oftmals Erfolg haben, und dies wäre nicht der Fall, wenn ihnen nicht so viele leichtgläubige Menschen verfallen würden. Das bedeutet nun aber, dass Trost und Schuldzuweisungen an andere nichts nützen. Vielmehr müssen die Betroffenen sich selbst helfen oder Hilfe suchen, um nicht erneut Opfer zu werden.

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