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Dummheiten und Dreistigkeiten über die Partnerwahl - 3. Teil

So viel ist sicher: Die Nachbarschaft spielt eine größere Rolle als jede hochgestochene Theorie in der Partnersuche. Und die "Gleichheit"? Sie war sozusagen ein Abfallprodukt der Nachbarschaft. Insofern ist etwas "dran" an der sozialen These - doch stimmt sie auch heute noch?

Soziale Thesen: Bedingt glaubwürdig

Die Thesen, die auf dem sozialen Miteinander fußen, sind wenigstens logisch stimmig: Über viele Jahrmillionen über die letzten Jahrtausende bis ins 20. Jahrhundert hinein lernten Menschen einander überwiegend in einem „Nachbarschaftsmilieu“ kennen. Das heißt also „unter Gleichen“, ohne dass man einen „Gleichheitsanspruch“ durchsetzen musste. Insofern ist die These nicht falsch, dass sich stabile Ehen so gut wie immer unter „Gleichen“ entwickelt haben. Doch schon zur Steinzeit trafen „Reisende“ aufeinander, und es gab Vermischungen. Überhaupt ist das „Reisen“ zwischen den Orten und den sozialen, religiösen und sicher auch ethnischen Schichtungen einer der Garanten für den schnellen intellektuellen Fortschritt im 20. Jahrhundert gewesen. Dabei strebt offenbar jeder Mensch danach, in ein bekanntes soziales Milieu zu gelangen – und gerne auch in ein Besseres, wenn er sich anpassen kann. Gerade die „mittleren“ sozialen Milieus trugen ja immer wieder zur sozialen Angleichung bei – und sie tun es noch heute. Die Frage, inwieweit eine globale Wirtschaft, die „Verwerfungen“ in der Gesellschaft, das Internet und die „Akademisierung“ dies verändern wird, muss ohnehin ständig neu gestellt werden, denn die Soziologie kann nicht viel mehr, als den Tendenzen des Marktgeschehens am Partnermarkt zu folgen.

Fazit: Die soziale These, egal, von wem sie vertreten wird, ist bedingt glaubwürdig. Sie fußt zu einem großen Teil auf Fakten (kleiner Radius = ähnliches Milieu), lässt aber auch Ausnahmen zu (Wunsch, „hinaufzuheiraten“ oder in die Fremde zu ziehen). Meist wird jedoch auch heute noch „der Mensch in der Nähe“ gesucht, der sich im eigenen Milieu gut auskennt.

Lesen Sie morgen: Wissenschaftlich vergessen - der Markt hat Priorität

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