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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Dieter Nuhr – nur noch Witzchen für Konservative?

Da steht er wieder auf der Bühne, mit dem strahlenden Grinsen des selbstbewussten Lehrers, der schnell mal alle abstrafen will, die er nicht leiden kann. Grüne sowieso – das hat er nun ja einige Jahre im Fernsehen geübt. Kurz: Dieter Nuhr kam mit der Mentalität des Schulmeisters, der, das Wissen der Welt auf sich vereinigt. Und das heißt: Im Grunde geht es nur um Nuhr und um seine Fangemeinde im Publikum, das nach wie vor hören will, wie Grüne und Linke abgekanzelt werden.

Selbst dem konservativen FOCUS scheint der Nuhr-Ismus nicht mehr zu gefallen, denn Kolumnisten Beate Strobel schrieb:

Mundgerecht in Häppchen serviert, klingt das alles noch ganz lustig. Als geballte 60-Minuten-Abrechnung mit dem vergehenden Jahr schmerzen die Scherze allerdings irgendwann.

War es ein Jahresrückblick? War es Satire? Ist der Herr Nuhr überhaupt ein „Comedian“ oder nur der Sprecher der grauen konservativen Mehrheit, der alles besser weiß? Hat er überhaupt einen Standpunkt, oder predigt er inzwischen gegen alle, die nicht rechtskonservativ sind?

Vielleicht muss ein „Comedian“ keinen Standpunkt haben, sondern nur ein überaktives Sendungsbewusstsein. Doch dann wären wir eher beim Stammtisch als beim politischen Kabarett.

Halt – da wäre noch etwas zu sagen, und das folgte dem Artikel von Frau Strobel auf dem Fuß: Die Rechtfertigung der Fangemeinde des Herrn Nuhr, ausführlich und detailliert. Zwar sind offenbar 43 Prozent derjenigen, die sich überhaupt zu Nuhr geäußert haben, eher nicht „vollständig begeistert“, und so legte man nach:

Mit 57 Prozent bildet die Zustimmung zu Dieter Nuhrs Gesellschaftskritik das weitaus größte Meinungsbild unter den Lesern. (1) Viele loben seinen Mut, unbequeme Wahrheiten offen anzusprechen und sehen ihn als wichtige Stimme für ein kritisches Kabarett, das Missstände klar benennt.

Nun gilt der FOCUS als „konservativ orientiert“, sodass mich nicht wundert, dass es zu dem geschilderten Meinungsbild gekommen ist. - und die Fans von Herrn Nuhr sind ohnehin der Meinung, dass er eine der letzten Betonpfeiler der freien Meinungsäußerung ist. Wer das nicht glaubt, dem wir per Leserkommentar gesagt:

Jeder, der sich jetzt echauffiert, ist genau das Zielobjekt dieses politischen Kabarettisten.

Oh, übrigens. Ich echauffiere mich nicht, nehme aber für mich heraus, selbst zu denken, statt andere für mich denken zu lassen.

Zitat und Auaeinandersetzung: FOCUS

Partnerbörsen – falsch gedacht ist halb verloren

Eine Dame mittleren Alters war vor etwa 20 Jahren sehr erbost und zeigte dies auch deutlich.

„Wenn Online-Partnervermittler nicht genug Männer passenden Alters im Angebot haben, haben, dann müssen sich die Werbeleute etwas einfallen lassen, um diese Männer an Land zu ziehen.“


Ich zitiere hier bewusst sinngemäß. Das Geschäft der ersten Single-Börsen, Online-Partnervermittlern und ähnlichen Neugründungen im Internet war noch taufrisch. Aber eines war schon damals klar: Wer „online“ auf Partnersuche ging, betrat einen Markt. Und wo ein Markt ist, da herrschen die Gesetze von Angebot und Nachfrage.

Das ist kaum anders als auf dem Wohnungsmarkt: Wer in Ballungsgebieten lebt, schimpft darüber, dass es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt. Lebt jemand hingegen in einer Kleinstadt in Thüringen, dann klagen die Vermieter ihrerseits, dass ihre Wohnungen leer stehen. Und nein: Die Makler sind nicht die Schöpfer des Marktes, sondern nur seine Verwalter.

Im Grund ist der Partnermarkt noch wesentlich schwieriger zu beherrschen. Ein „Profil“ ist kaum mehr als eine Ansammlung von Daten und Fotografien. Wer dahintersteht, ist niemals völlig klar – für die „Makler“ der Partnermärkte so wenig wie für die Interessenten. Ein „Match“, also eine „Übereinstimmung“ ist nichts als ein Datenabgleich.

Verantwortlich für den Sucherfolg ist in erster Linie, ob es überhaupt „grob geeignete Partner(innen)“ in der ausgewählten Kategorie gibt. Meist sind es weniger, als sich die Suchenden vorgestellt haben. Im „Sieb“ bleiben dann oft nur fünf Kandidaten oder Kandidatinnen hängen. Es gibt einfach nicht mehr „registrierte User“.

Wer diese Hürde genommen hat, wird sofort feststellen, dass ihn (oder sie) ein Markt erwartet, auf dem sich unerfüllbare Wünsche tummeln. Nicht zu reden von Personen, die sich bei Weitem überschätzen. Und natürlich auch viele Vöglein, die nur zwitschern, aber niemals Nester bauen wollen.

Was hilft? Klares Denken, gezieltes Handeln - und natürlich viele, viele Versuche.