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Die banalen Sprüche der Ratgeber

Beflügelt die Liebe den Sex? Oder stärkt der Sex die Liebe? Ist es passender, sich rarzumachen oder jede Gelegenheit zur Kontaktaufnahme wahrzunehmen?

Wer sich solche Fragen stellt, fällt auf etwas herein: Die Hoffnung, alles richtig zu machen. Oder die Befürchtung, alles falsch zu machen. Oder beides.

Ich hab dies hier einer Zeitung gelesen, die in der Zeit des Wirtschaftswunders sehr beliebt war. Die Frage an die Briefkastentante der Zeitung lautete:

Wenn ich den Männern nachgebe und mit ihnen schlafe, dann kommen sie nicht wieder – und wen ich es nicht tue, kommen sie auch nicht wieder.


Ich weiß nicht mehr, was die Redakteurin damals geantwortet hat, aber das Beispiel ist typisch. Wenn du das eine oder das andere tun kannst mit dem gleichen Misserfolg, dann ist das, was du da als Problem schilderst, nicht die Schwierigkeit, mit der du kämpfst.

Wenn die Schwierigkeit nicht das Problem trifft

Was uns wieder einen Schritt voranbringt: Wer irgendein Problem hervorbringt und um eine Lösung bittet, der hat in Wahrheit ein anderes Problem, das er nicht geschildert hat.

Beratungsliteratur - Supermarkt der Banalitäten

Seht mal – die Schreiber von Beratungsliteratur leben vom Banalen. Sie verkaufen vorsichtshalber einfache Wahrheiten, damit sich möglichst viele Leser(innen) mit ihrem Unsinn identifizieren können. In Wahrheit sind es Glaubenssätze, die aus schriftstellerischem Ehrgeiz mit wackeligen Beweisen unterlegt werden.

Der Volksmund kann’s auch: „Willst du was gelten, mach dich selten.“ Das ist so dumm, dass es nicht einmal die Bonobos im Zoo glauben würden, wenn sie lesen könnten. Denn man muss den Satz nu ins Extrem führen, um zu sehen, wie blöd der Rat ist: „Am meisten gilt, wer nicht sichtbar ist.“

In Wahrheit ist es so: Du musst entscheiden, wie sichtbar du auf wessen Schirm sein willst und welche deiner Fähigkeiten dort zählen könnten.

Und da komme ich mal zu meinem Blog-Motto, das ich dir vorbehaltlos empfehlen kann:

Unterstelle nichts –
Glaube niemandem -
Überprüfe alles -
… und fürchte dich nicht vor dem Ergebnis.


Versager wollen alles richtig machen

Aha! Und was haben all die Versager getan, die „alles richtig machen“ wollten?

Denken wir noch einmal an unsere arme Beratungssuchende. Wenn sie wirklich so dumm ist, wie sie tut, dann wird sie sich entweder der Meinung anschließen „Halt dich zurück damit, die Männer gleich zu vögeln.“ Oder der konträren Meinung: „Es ist gut, dass du mit ihnen ins Bett hüpfst – da lernst du sie ja erst richtig kennen.“

Nun sind wir dabei, herauszufinden, warum Menschen versagen. Sie haben sich einer von zwei Glaubensrichtungen angeschlossen. Was die einen sagen, ist richtig, was die anderen sagen, ist falsch. Und je mehr sie von dieser Glaubensrichtung hören oder lesen, umso richtiger erscheint ihnen der eingeschlagene Weg.

Bestätigungsgfehler

Und du? Es kann nichts falsch oder richtig sein, solange du es nicht überprüft hast. Alles was dir die Leute über Partnersuche, Beziehungen, Ehe, Schlankheitskuren oder Karriereplanung erzählt haben, kann falsch sein. Oder richtig. Oder beides, aber nicht für jeden. Man nennt so etwas auch „Bestätigungsfehler“, und das ist dann die die Neigung, Informationen so zu ermitteln, auszuwählen und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen (oder Vorstellungen) bestätigen.

Wenn du klug bist, denkst du nach. Ob deine Schwierigkeiten wirklich dein Problem darstellen, und ob du nicht mit dem falschen Wölfen heulst.

Viel Glück dabei.

Reichtum, Sex, Jobs, Ruhm und Schokolade

Sex, Geld, Jobs, Schokolade ... Spammer versprechen alles
Ich habe mich lange genug mit SPAM herumgeärgert – und gelegentlich auch darüber geschrieben, wie unverschämt das widerwärtige Pack der SPAMMER vorgeht.

Die unverschämte Vorgehensweise dieser Leute spottet jeder Beschreibung: Von Sexabenteuern über Gewinnspiele und leicht verdientem Geld ist alles dabei – und natürlich auch die übliche Erpressung.

Natürlich hatte ich schon immer einen Papierkorb, in dem SPAM sich sammelte, aber inzwischen habe ich den Hahn ganz zugedreht. Das mögliche Daten-Leck, das ich im Online-Handel vermute, wurde übrigens noch nicht gefunden. Und ich werde mich hüten, öffentlich Verdächtigungen auszusprechen. Immerhin habe ich mich bei etlichen Online-Diensten bereits abgemeldet, die mir selbst verdächtig erschienen, meine Daten nicht gut unter Verschluss zu halten.

Zu Ehren der Online-Dienste: es gibt auch solche, die Benutzer umgehend von festgestellten Datenlecks benachrichtigen.