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Clickbates? Eine Schande für den Journalismus

Köder in der Überschrift, die das „Ende des Euros“, den „Zerfall der EU“ oder „Alles kostenlos sehen“ (mit DVB-T2)“prognostizieren, sind eine journalistische Pest. Sicher - ein Teil davon sind Anzeigen, die aber oft nur dürftig als solche gekennzeichnet sind. Das schert manche Verleger kaum.

Nachdem in Deutschland Ableger US-amerikanischer wie auch russischer Medien tätig sind, die eindeutig auf Desinformation ausgerichtet sind, haben diese bewussten „Clickbates“ auch bei Nachrichten zugenommen.

Das heißt nicht, dass deutsche Zeitungen, Zeitschriften und Magazine frei davon wären, und sie zeigen damit ihr Janusgesicht. Auf der einen Seite wollen sie eine Copyright-Verschärfung, auf der anderen Seite gieren sie danach, in Suchmaschinen und auf Nachrichtenseiten erwähnt zu werden. Das empfinde ich als ausgesprochen verlogen.

Sehr viele Zeitungen versuchen inzwischen einen anderen Trick – sie erfinden eine Überschrift, die sinngemäß zum Thema passen könnte, die aber im Text keine Entsprechung findet.

Beispiel und Erklärung für ein Clikcbate.

Die rechte Saat geht auf – aber nicht für die CSU

Wer rechts sät, wird rechts ernten. Das dachte sich offenbar die CSU und hatte damit recht – nur leider nicht für die eigene Partei. Denn wie es scheint, kommt jeder scharfe Rechtston aus der CSU nicht der eigenen Partei zugute, sondern der AfD.

Soll man darüber nun lachen oder weinen? Sicher ist: Die CSU muss, wenn sie glaubwürdig bleiben will, konservative Werte vertreten, die von vielen Bürgern getragen werden können. Nur mit Populismus schadet die CSU nicht nur sich selbst, sondern der Union insgesamt – und letztendlich ganz Deutschland.