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Das Versagen

Ja klar, da gibt es diese Typen (auch Typinnen), die immer siegen. Hochnäsig und rotznasig erklären sie jedem, der es (meist nicht) wissen will, warum Sie so hoch hinauskamen. Doch kein ausgesprochen erfolgreicher Mensch, den ich kenne, redet so. Das Glück wirkt nicht ausschließlich dem Tüchtigen, und das Unglück trifft nicht immer die Unfähigen. Der Kaufmann alter Schule weiß, dass er täglich gewinnen und verlieren kann – und jeder andere sollte es auch wissen.

Das Versagen gehört zum Leben wie der Erfolg. Der Kampf um die schönste und sinnlichste Frau ist zumeist aussichtslos, und der bestbezahlte Job in der Firma winkt nicht dem, der sich am intensivsten darum bemüht.

Wer versagt, ist kein Versager. Die Geschichte der „Sieben Faulen“ lehrt, dass Menschen durchaus versagen dürfen, wenn sie dies nicht „demotiviert“, wie man heute sagt. Und viele andere neuere Geschichten von „Stehaufmännchen“ (und „Stehauffrauchen“) lehren uns, dass wir uns durchaus einmal irren dürfen, versagen dürfen und aussetzen dürfen.

Heute wird viel über Rasensport geredet werden, und wie werden viele Geschichten darüber hören, wer, wie und wann versagt hat.

Das ganze Reden wird nichts nützen. Und obgleich „die Nation“ nun den Kopf hängen lässt: vielleicht könnte sich Deutschland auch mal über etwas Sinnreicheres definieren als über Fußball.

Wohlhabende Familien dürfen sich die Taschen füllen - aber andere dürfen sich auch freuen

Nun gibt's also doch keine Quadratmeterbeschränkung für das Baukindergeld. Also, wohlhabende Familien: Füllt euch die Taschen! Auch wenn's nur fünf oder zehn Prozent des Geldes ist, was ihr für euer Luxusappartement oder vielleicht gar für eine kleine Villa braucht, nehmt's mit. Die Regierung will es euch schenken.

Soweit der Sarkasmus. Er ist absolut berechtigt, weil der Staat einmal mehr Familien fördert, die keine Förderung benötigen. Und weil das so ist, kann man diese Behauptung getrost in die Tonne treten:

Mit dem geplanten Baukindergeld will die Koalition vor allem jungen Familien den Erwerb von Wohneigentum erleichtern.


Die gute Nachricht: Im Osten ist vieles möglich

Allerdings – und nun kommt der gute Teil der Nachricht: Tatsächlich können sich junge Familien im Osten – wenn die Stadt nicht zu groß ist – nun tatsächlich Wohneigentum leisten. Was überwiegend daran liegt, dass hier ohnehin keine Wohnungsnot herrscht und sich Spekulation daher nicht lohnt.

Wer also hat den echten Vorteil? Wahrscheinlich doch die Familie im Osten mit zwei Kindern, die der Staat mit den gleichen 24.000 Euro bezuschusst, wie die Familie in Köln, Hamburg oder München, die sich eine Immobilie für eine Mio. Euro leistet. Denn einmal können es 24 Prozent sein – und einmal 2,4 Prozent der Anschaffungskosten.

Sozial ist es trotzdem nicht – und Banken beleihen Immobilien in der Regel nicht zu 100 Prozent. Doch wenn die Eltern und Großeltern mitmachen, Sohn oder Tochter gegebenenfalls sogar Handwerker(in) ist, dann ist das Baukindergeld eine einmalige Chance für jede junge Familie, zu Eigentum zu kommen.

Das Gestern

Sinnreiche Zitate sind selten. Und nicht jeder wird den Sinn dieses Zitats erkennen:

Es hat keinen Sinn, aufs Gestern zurückzublicken, denn zu dieser Zeit war ich noch eine andere Person.


Es ist merkwürdig - viele Theorien über den Menschen gehen davon aus, dass wir Tag für Tag die gleiche Person sind, wenn wir erwachsen und voll entwickelt sind. Aber bitte - sind Sie derselbe, wenn Sie Achterbahn fahren, vor Ihrem Bankberater sitzen oder eine Frau verführen wollen?

PS: Wissen Sie, aus welcher Quelle es stammt?

Zeitungsverleger – eure Online-Seiten nerven kolossal

Hallo Zeitungsverleger … ich weiß, dass ihr alle von irgendwelchen Leuten beraten werdet, die euch sagen: „Ey, Mann, sorg dafür, dass die Leute möglichst lange auf deiner Webseite bleiben“. Aber es nervt kolossal, wenn jedes Mal nach einiger Zeit die Meldung erscheint, dass es „Neues auf der Titelseite gibt.“

Schiebt euch eure Hinweise bitte irgendwo hin … nur nicht auf meinen Bildschirm. Das gilt auch für eure ständigen Marketingumfragen, für die wir uns Zeit nehmen sollen, die idiotischen Versuche, uns zu FACEBOOK zu leiten und neuerdings diese saudämlichen Anfragen, ob ihr uns direkt Nachrichten auf den Bildschirm schickend dürft. Von ganzseitigen Werbeanzeigen, die den Text überlagern, mal ganz zu schweigen. Und ja, ich habe schon eine Zeitung abonniert – und ich will deswegen nicht dauern lesen, dass ich eure auch noch abonnieren soll und dass ich, falls ich es nicht tue, zur Strafe nicht weiterlesen darf.

Es reicht – wirklich.

Baukindergeld – großzügiges Geschenk an gut Situierte?

Wir können kaum verhindern, dass die Reihen immer Reicher werden. Doch, was ist mit jenen, denen es sehr gut geht und die sich wahrlich nicht beklagen können? Müssen wir wirklich Bürgern denjenigen Bürgern Geld schenken, denen es außerordentlich gut geht?

Angesicht der neuen Diskussion über das Baukindergeld darf man wohl noch einmal diskutieren, ob es ein Wahlgeschenk der CDU/CSU an die die sogenannten „Besserverdienenden“ war, also den Wählern, die zwischen CDU und FDP schwanken.

Als die Union ihr müdes und weitgehend blutleeres Wahlprogramm vorlegte, hieß es seitens der SPD noch:

Die CDU verteilt ihr Baukindergeld mit der Gießkanne, erreicht damit aber nicht diejenigen, die wirklich Hilfe beim Wohnungskauf brauchen.


Und genau dies beschloss dann die Koalition - zwar mit einer Deckelung, aber die lag viel zu hoch. Denn laut Koalitionsvertrag darf eine Familie mit zwei Kindern ein zu versteuerndes Einkommen von 105.000 Euro (1) haben – das ist ein wirklich großes Einkommen, wenn man es auf den Bruttolohn hochrechnet. Und eine gebrauchte Immobilie kostet nicht überall in Deutschland eine halbe Million Euro – es gibt sie in weiten Teilen der Republik schon für unter 100.000 Euro. Rechnet man nun das Baukindergeld für zwei Kinder dagegen, so entspricht dies 24 Prozent des Kaufpreises (2), plus einer sehr günstigen Tilgung, die sich daraus ergibt.

Nun will der Finanzminister verhindern, dass sich reiche Familien mit zwei Kindern das Baukindergeld sichern, die riesige Wohnungen von über 120 Quadratmeter Wohnfläche kaufen oder bauen wollen – richtig so, aber viel zu spät nachgedacht. Denn eigentlich sollte das Geld ja nicht den Menschen zugutekommen, die ohnehin in Saus und Braus leben, sondern den wirklichen „mittleren“ Einkommen, um für sie selbst genutzten Wohnraum zu schaffen.

Geldgeschenke an Begüterte? Es scheint sich einmal mehr zu bewahrheiten: Die CDU fördert ihre Klientel durch Wahlgeschenke, die im Grunde genommen umbezahlbar sind und nicht wirklich sinnvoll erscheinen.

Dabei ist das Baukindergeld eine gute Sache, denn es hilft vor allem den weniger Begüterten, Eigentum zu schaffen – und dies zu extrem günstigen Bedingungen.

Nun kräht die FDP (man höre) für die „armen Leute“, indem sie ihren Haushaltsexperten Otto Fricke dies verkünden lässt:

Wie soll man der vierköpfigen Familie mit 120,1 Quadratmeter Wohnfläche in einer alten Bergmannssiedlung im Ruhrgebiet erklären, dass sie leider komplett rausfällt und die Familie aus München im teuren Glockenbachviertel mit 119 Quadratmetern dagegen gefördert wird?


Halt mal – wie war das? Macht die FDP plötzlich in Sozialromantik mit der „Bergmannssiedlung“? Da lass ich mich doch gleich mal auf einen Vergleich ein: Die Eigentumswohnung in Gelsenkirchen dürfte bereits für gegen 100.000 Euro zu haben sein – man muss ja nun wirklich nicht nach einer suchen, die 121 Quadratmeter Wohnfläche hat, oder? Das bedeutet für den Käufer nach Abzug eines kleinen Eigenkapitals und des Baukindergelds, dass er vermutlich monatlich weniger an die Bank zurückzahlt, als er bisher Miete zahlte.

Anders im „Glockenbachviertel“. Dort könnte eine ähnliche Wohnung (falls sie überhaupt zu haben ist), gegen 750.000 Euro kosten. Dann wären 25.000 Euro allerdings ein Zigarettengeld, das man „gerne mitnimmt.“

Die Familie in der „Bergmannssiedlung“ wäre also immer im Vorteil, das Problem ist allerdings, dass es auch die Wohlhabende verschenkt, die es nicht wirklich brauchen. Egal, wie man es rechnet: Dar Kardinalfehler der Koalition lag schon darin, die Verdienstgrenze auf 75.000 Euro plus 15.000 Euro Kinderbonus pro Kind anzusetzen. Nach unbestätigten Presseberichten könnten damit "96 Prozent" (3) aller Familien in den Genuss des Wahlgeschenks kommen. Da wird der Finanzminister mit seiner möglichen Beschränkung auf 120 Quadratmeter auch nichts mehr viel ausrichten.

Hinweis: Alle Zahlenangaben ohne Gewähr.
(1) 75.000 Euro plus zwei mal 15,000 Euro für beide Kinder.
(2) 1.200 Euro pro Jahr und KInd für 10 Jahre.
(3) Nach einem Bericht des FOCUS.