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Was gute Beratung und ein Fingerzeig ausmachen kann

Ich habe einen starken, wegweisenden Finger. Wer so einen Finger besitzt, der veranlasst alle Besserwisser, Neider, Fantasten und Falschmünzer, virtuell hereinzubeißen. Das haben inzwischen recht viele Menschen getan – ich kann sie nicht wirklich hassen, aber ich verachte sie. Die vielen hingegen, die ihm gefolgt sind oder darüber wenigstens nachgedacht haben, konnten ihren Weg hingegen zumeist finden.

Bleiben Sie einen Moment, und lesen sie, was ich zu sagen habe.

Ich selbst habe in meiner Jugend auch Fingerzeige gebraucht. Das erst, was Sie wissen müssen: Sie bekommen zu viele falsche Fingerzeige, also müssen Sie wählerisch sein. Die falschen Fingerzeige zeichnen sich entweder dadurch aus, dass der Ratgeber sie probiert hat und sie für ihn funktioniert haben. Oder dadurch, dass sie mit einem hohen Ziel verbunden sind, dass der Berater selber leider nicht erreicht hat. Natürlich benutzen falsche Ratgeber auch Psychologie, Esoterik und Religion, um „Rat“ zu geben – das sind dann die Ratschläge, die zu gar nichts nütze sind.

Der kluge, der weise oder auch nur der ehrliche Ratgeber zeichnet sich dadurch aus, keine eigenen Ziele, Vorstellungen oder Weltanschauungen mit seinem Rat zu verbinden. Er wird sich auf das konzentrieren, was Sie ihn fragen, versuchen, herausfinden, worauf Sie damit hinauswollen und ihnen schließlich den Fingerzeig geben, welche Richtung Sie einschlagen müssen.

Und weil dies alles so ist, habe ich mir deinen Spruch zu eigen gemacht, der selten als Motto genommen wird: „Beiß mir nicht in den Finger – sieh, welchen Weg er dir weist.“ Es ist Satz des Neurologen und Kybernetikers Warren S. McCulloch. (1)

Üblicherweise nimmt ein Erwachsener Rat nur dann an, wenn er erstens nicht weiter weiß und zweitens überzeugt ist, dass ein anderer Erwachsener ihm einen „Weg hinaus“ zeigen kann. Das allerdings gilt nur für Menschen, die ernste Probleme haben und die ehrlich nach Lösungen suchen. Sie folgen dem Finger, gehen den Weg und haben damit möglicherweise Erfolg.

Diejenigen, die versuchen, in den Finger zu beißen, wollen eine Lösung gegen den Berater erkämpfen. Das ist dumm und aussichtslos, kommt aber leider sehr oft vor.

(1) Don’t bite my finger, look in the direction I am pointing