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Deutschland – streiten wir uns, um zu streiten?

Gestern habe ich mal wieder diese Heute-Show angesehen, und manchmal hab ich wirklich gelacht. Die Linkskabarettisten sind ja derzeit dabei, die Sozis abzukanzeln, weil sie nun tatsächlich Pflichten für Volk und Wähler übernehmen wollen. Diesmal war das Thema (nicht zum ersten Mal), warum sie sich angeblich erneut ins Verderben stürzen. Tun sie gar nicht. Sie gehorchen der Not, eine Regierung bilden zu müssen, nachdem die Liberalen dem Staat bereits die Kehrseite gezeigt haben. Was die SPD jetzt tut, ist lobenswert und verdient keine Häme. Interessiert natürlich nicht. Schon gar keinen Kabarettisten. Hauptsache man lacht auf Kosten anderer.

Gerade las sich in einer Schweizer Zeitung, dass wir uns in Deutschland ...

Seit 2015, als die Flüchtlingskrise losging, nonstop streiten. Aber wir streiten schon lange nicht mehr wegen der Flüchtlinge, sondern wegen allem.


Richtig. Wir streiten, wir neiden, wir streuen Häme über alle aus, die noch die Reste unseres Zusammenhalts und unserer Demokratie kitten können. Wir regen uns über das Fernsehprogramm auf, sogar über den Kinderkanal. Und wir haben eine Meinung zu „#MeToo“ zu haben – und wehe, wenn nicht. Dann sind wir Dummbacken, Antifeministen, heimliche Sympathisanten. Und falls wir die falsche Meinung haben, oder einfach glauben, wir würden nichts von Glitter- und Glamourwelten verstehen, dann machen wir besser einen Bogen um die Berufsfeministinnen.

Wir? Habe ich eben gerade das Wort „wir“ benutzt? Sind „wir“ wirklich daran interessiert, was im Dschungelcamp geschieht? Oder bei irgendeinem Fußballklub? Oder meinetwegen in der Filmbranche? Die Fakten flirren vorbei wie die Meinungen, das Wichtige geht unter, während Details ständig durch die Presse geistern, um Neugierde zu befriedigen oder Häme und manchmal Neid zu produzieren.

Streit oder Wurstfabrik?

Vielleicht wäre es gar nicht schlecht, uns zu streiten, um uns zu streiten. Aber da wir zumeist keine Streitkultur haben, wird daraus auch nur „große Wurstfabrik“.

Das Leben besteht nicht darin, in die Glotze zu gucken und uns von dort aus manipulieren zu lassen. Es besteht darin, wir selbst zu sein und unseren Platz im Leben zu finden. Und bitte – wir dürfen ruhig honorieren, dass andere Menschen Verantwortung tragen wollen. Es schadet wirklich nichts.

SPD und GroKo- Sozialismus oder Poltik für die Bürger?

Sozialisten, verpisst euch ...
Ich vermeide den Ausdruck „verantwortungslose Linksträumer“ für Jusos und SPD-Mitglieder ähnlicher Couleur, aber irgendwann werde ich ihn verwenden müssen. Denn genau da sind sie: in jeder Hinsicht verantwortungslose, selbstgefällige sozialistische Träumer.

Denn wenn sie nicht die GroKo wollen, dann riskieren sie eine Zeit, in der Deutschland mit jedem Tag an Bedeutung verliert. Aber, wie so oft, geht es den Linkssozialisten in der SPD ja gar nicht um die Zukunft Deutschlands und der EU, sondern lediglich darum, ihre Wahnsinnsideen vom Sozialismus durchzusetzen. Fragt sich allerdings, wie. Denn die Partei „Die Linke“ zerfällt immer mehr, die Grünen zerspanen sich in bekannter Weise weiterhin, und die SPD hat ohnehin höchstens noch Chancen auf ein Fünftel der Wählerstimmen, falls sie dies überhaupt noch einmal erreichen würde. Würde jetzt gewählt, würde sie wohl ein Fiasko erleben. Letztendlich ist „Sozialismus“ ein Auslaufmodell, und das nicht erst seit gestern völlig aufgebraucht ist.

Die SPD hat den wesentlichen Fehler gemacht, Koalitionen mit der CDU/CSU von vornherein abzulehnen. Sie hatte gehofft, in der Opposition andere Modelle für Deutschland zu entwickeln, doch das Volk wartet nicht erst seit der Wahl darauf, welche Vorteile der Durchschnittsbürger denn davon hat. Auch jetzt sollen „sozialdemokratische Themen“ wieder in den Vordergrund gelangen – Themen, die den Normalbürger nicht die Bohne interessieren. So ziemlich das Dümmste, was man sich einfallen ließ, war nun, den Klassenkampf über die Krakenversicherung abwickeln zu wollen und ständig von einer Zweiklassenmedizin zu reden. Das ist reine Ideologie – niemand weiß, ob ein anderes Gesundheitssystem zu mehr oder wenigerer (oder der gleichen) ärztlicher Versorgung für alle führen würde.

Die Krise der SPD ist offenkundig – sie kann so nicht mehr weitermachen, weder in der Regierung noch in der Opposition. Und sie wird mit der Person Martin Schulz auf keinen Fall glücklich, die sich inzwischen als Führungskraft disqualifiziert hat. Und Frau Nahles? Wenn sie sich weiterhin so klug verhält wie am Sonntag, dann steht Ihrer Karriere nichts mehr im Wege und die SPD gewinnt endlich wieder eine Person, die mit Charisma und Pragmatismus Profil zeigt. Und das wäre derzeit genau das, was die SPD voran brächte.

Vinyl-Schallplatten – Rauschen, Rumpeln und andere Mängel

Übertreibungen von Anfang an - das "Vollkommenste Musikinstrument"


Bei den ersten „hochwertigen“ Hi-Fi-Anlagen, die in Deutschland im Handel waren, waren Rausch- und Rumpelfilter obligatorisch. Der Grund lag in einem sehr simplen Fakt: Die meisten Schallplatten rauschten wie die Sau, wobei wir der Sache nicht einmal auf den Grund gehen müssen – manche Schallplatten waren damals unersetzliche Zeit- und Musikdokumente die nicht einfach „ersetzt“ werden konnten. (1)

Rauschfilter retteten die ersten HiFi-Stereo-Anlagen

Egal, ob zuvor Plattenhobel darüber gerauscht waren, ob man Reste des Tonbandrauschens hören konnte oder ob es sich einfach um fragwürdige Pressungen handelte, die Dinger rauschten nun mal. Man kann sich mehr oder weniger Mühe geben, dieses Rauschen zu reduzieren, aber es geht niemals ohne Rauschen. Und weil auf den ersten Hi-Fi-Stereo-Anlagen nicht nur angeblich „hochwertige“ Schallplatten, sondern alles abgespielt wurde, was 33 1/3 Umdrehungen hatte, war ein Rauschfilter eben nötig – und sehr effektiv.

Rumpel, Pumpel - warum die alten Plattenhobel rumpelten

Das zweite Problem jener Zeit war das „Rumpeln“. Es entstand dadurch, dass nicht nur die Rillenspuren, sondern auch das Rumpeln des Antriebs vom Tonabnehmer aufgenommen werden konnte. Die ersten Plattenspieler der Hi-Fi-Generation arbeiteten noch mit dem Reibradantrieb, bei dem der Plattenteller, gleich, ob leicht oder schwer, durch ein Reibrad angetrieben wurde. Trotz vieler Versuche, die Sache zu „entkoppeln“ gelang es nicht, den alten Plattenspielern das Rumpeln ganz abzugewöhnen – daher also der Rumpelfilter. Später setzte man vielfach den Riemenantrieb ein, bevor man zum Direktantrieb überging. Der Riemenantrieb ist (bis auf den Riemen, der nicht ewig hält) immer noch der beste Weg, einen preiswerten Plattenspieler zu bauen, der auf gar keinen Fall einen „extrem schweren“ Plattenteller benötigt, wie früher behauptet wurde.

Knistern und Knacken ohne Ende - ach wie schön ist doch Vinyl

Das dritte Problem war Knisten und Knacken, auch als elektrostatische Aufladung und feine Staubpartikel bekannt. Um dies zu verhindern, konnte man zahllose Produkte kaufen, die als „Plattenbesen“ mal mit antistatischen Flüssigkeiten benetzt wurden und mal trocken über die Platte liefen, um wenigsten den Staub wegzufegen.

Märchenstunde - der Frequenzgang

Der Frequenzgang? Bitte lächeln. Vorsichtige „Experten“ sprechen gerne von einem „behaupteten Frequenzgang“ zwischen 20 Hertz und 20 Kilohertz, was in die Kategorie „schön geredet“ fällt. Je nach Alter der Aufnahme und der verwendeten Technik können sie getrost davon ausgehen, dass diese Werte nicht einmal bei der Aufnahme erreicht wurden – geschweige denn auf der gewöhnlichen Schallplatte, die gerade auf Ihrem Plattenteller liegt. Man konnte froh sein, wenn die Schallplatte einen Frequenzbereich von 30 Hertz bis 14.000 Hertz erfasste – und das galt nur für bestimmte Pressungen, die ab 1949 zögerlich in den Handel kamen. Für Stereo-Schallplatten (LPs) wurde das Prinzip erst 1958 an den Markt gebracht. (2) Zuvor galt die Obergrenze von 10 kHz allgemein als akzeptiert, doch haben viele Schallplatten aus den 1930er und 1940er Jahren noch deutlich niedrigere Frequenzbereiche: Als „gute Qualität“ wurde damals ein Frequenzbereich zwischen 100 und etwa 5.000 Hertz bezeichnet.

Vom Klirrfaktor redet auch heute kaum noch jemand – er ist einfach enorm hoch, und das will man verschweigen, so gut es geht nach Ansicht von Fachleuten bei Vinylplatten liegt er im Bereich von 1 – 10 Prozent – unter optimalen Bedingungen.

Mechanisch nichts neues - außer Gleichlauf und Schonung der Rillen

Sicher änderte sich etwas, aber das Prinzip ist immer noch das gleiche


Und falls Sie nun ein Purist sind: Das einzig Relevante, was Großmutters Grammofon, den 1950-er Plattenhobel und ihren Super-Hi-Fi-Plattenspieler mechanisch wirklich unterscheidet, ist das schonendere Durchpflügen der Rillen udn der bessere Gleichlauf, besonders gegenüber dem Federmotor. Der mechanische Teil funktioniert im Prinzip also immer noch wie zu Zeiten Eduard Berliners – eine Nadel (heute ein besonders geschliffener Diamant) wir in die Rille gebracht, die ihrerseits den Tonarm samt Abtaster nachführt.

Ich weiß, dass es aufwendigere Methoden (Tangential-Tonarme) gibt. Aber noch immer ruckelt auch dort ein Abtaster über den Rumpelgrund der Schallplatte – und jeder noch so kleine Fehler wir dabei um ein Vielfaches verstärkt.

Wenn es doch unbedingt Vinyl sein muss

Oh nein, ich will Ihnen nicht die Liebe zu Vinyl abgewöhnen – aber ich will Ihnen dies sagen: Alles, was Sie in ihr „Equipment“ für Vinyl investieren, kommt nicht wirklich wieder heraus. Also kaufen Sie sich einen preiswerten Plattenspieler (möglichst deutlich unter 500 Euro), der auch noch ästhetisch ausreichend schön ist. Und digitalisieren Sie alte Schallplatten, insbesondere Ihre Schätzchen.


(1) Das legendäre Konzert in der Massey Hall, Toronto, (1953) war weder professionell geschnitten noch erreichte es die üblichen technischen Qualitätsstandards – und es gilt dennoch als eine der besten Konzerte des Bebop – bis heute.
(2) Das System hieß "Full Frequency Range Recording" (ffrr), also Aufnahmen mit dem vollen Frequenzumfang, wie damals behauptet wurde.

Bilder: Oben: Werbung um 1911, unten: Gebhard Roese

Warum ich überhaupt über HiFi schreibe …

Der Grund ist einfach: Weil ich stets das Beste aus der Musik heraushören wollte – und wer dies wollte, der musste gegen 1965 entweder tief in die Tasche greifen und sehr fantasievoll sein. Doch mir ging’s wie den meisten anderen auch: Fantasie ist eine Sache, die Realität eine andere. In dem Jazzklub, dem ich damals angehörte, hatte ein findiger Radiobastler zwei Telewatt-Mono-Verstärker an den berühmt gewordenen und sehr stilvollen ELAC-Plattenspieler angeschlossen, und das Ganze endete in einem Isophon-Orchester-Lautsprecher, der auf einer Schallwand montiert war. Das Ganze klang nicht einmal so schlecht.

HiFi war in Deutschland zunächst nur schwer zu vermitteln

Damals versuchten die Hersteller bereits, in HiFi etwas hineingeheimnissen – das musste man auch, wenn man teure und absolut hässliche US-Geräte an den Markt bringen wollte. In Wahrheit war es so: Die deutsche Rundfunkindustrie glaubte zu Anfang nicht an HiFi – deshalb wurde so gut wie nichts in Deutschland produziert. Und tatsächlich liebte der „gute Deutsche“ seinen breiigen Musiktruhen-Klang. Als die ersten wirklich brauchbare Hifi-Studios in Deutschland öffneten, herrschte die Überzeugung, der Klang, der dort propagiert wurde, sei „unnatürlich“. Das allerdings hatte fünf Gründe, die durchaus unterschiedlicher Art waren:


1. Die Musiktruhen der 1960er Jahre hatten relativ schlechte Basslautsprecher und ebenso fragwürdige Hochtöner. Allerdings gab es wirklich passable Mitteltöner – und auf die baute man den Klang auf.
2. Die Lautsprecherboxen, die es bis etwa 1970 für Konsumenten gab, waren durchgängig miserabel – und zwar entweder teuer und miserabel oder billig und miserabel.
3. Erst nach 1970 hat man Lautsprecher entwickelt, die mit geringerem Durchmesser und kleinerem Boxenvolumen kräftige Bässe erzeugen konnten, was übrigens die „Dinosaurier“ der Branche erheblich verunsicherte. Zugleich wurde die Qualität der Hochtöner erheblich verbessert.
4. Der „Deutsche HiFi-Sound“, auch Taunusklang genannt, kam aus meist sehr teuren Boxen, die den Mitteltonbereich absenkten (obgleich sich dieser am leichtesten beherrschen ließ), die Bässe bis zu einem gewissen Maß unnatürlich überbetonten und dazu die Höhen „strahlen“ ließen. Letzteres ist ebenfalls unnatürlich, wenn Sie an den Sitzplatz eines Konzertbesuchers denken.
5. Erschwingliche Boxen, die über natürliche Bässe, saubere Mitteltöne und etwas „wärmer“ anmutende Höhen verfügten, waren mit den Mitteln der Massenproduktion bis 1970 nicht zu erzielen. Das änderte sich erst, als neue Materialien für die Aufhängung zum Einsatz kamen und deutlich verbesserte Werkstoffe für die Magneten eingesetzt wurden.

Der schrille, verbumste Klang wurde als exzellent hochgejubelt

Das Problem dabei war allerdings, dass man den Kunden den schrillen und im Bass „verbumsten“ Klang als „natürlichen Klang“ verkaufte. Besonders dieser Umstand brachte HiFi in Deutschland zunächst in Misskredit. Die „Spitzenprodukte“ der damaligen Zeit waren leider eher Prestigeprodukte für reiche Leute, denen es gar nicht um die Musik ging, sondern darum, sich „so etwas“ leisten zu können.

Die Revolution der Regalboxen - bis heute nicht überall angekommen

Im Jahr 1971 brachten mehrere britische Firmen Regalboxen zu kleinen Preisen heraus, die bis dahin gebräuchliche Top-Boxen im Klang ausstachen. Ein Beispiel war die Wharfedale-Box „The Denton“.

Allerdings gilt bis heute: Ein „echter“ Hi-Fi-Enthusiast kauft keine Regalboxen. Das freut allem die Hi-Fi Händler, aber auch viele Hersteller, denn an einer „Ultimativen Standbox“ ist viel mehr verdient als einer Allgebrauchs-Regalbox. Und die Presse? Ich lese immer wieder, dass es sich lohnt, „teuer“ zu kaufen … das allerdings sagen weder Akustiker noch Ingenieure – sondern Marketing-Strategen, die der Presse dergleichen ins Ohr flüstern.

Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Stellen Sie zwei Regal-Lautsprecher hinter eine Abdeckung, die so aussieht, als stünden dort Superboxen. Und dann lassen Sie die Zuhörer raten, was Ihre Boxen gekostet haben.

HiFi – der Voodoo-Zauber der Händler

Sehr preiswerte Lösung: Receiver einfacher Bauart mit völlig ausreichender Leistung
Lassen Sie mich HiFi auf eine einfache Formel aus der Praxis der Datenverarbeitung bringen: Shit in – Shit out oder etwas drastischer: Wenn vorne Scheiße rein kommt, kann hinten kein Gold rauskommen. Das heißt: Es kommt in erster Linie auf den Zugang zu den Schallquellen an, die ihrerseits wieder auf Produkten der Audio-Branche beruhen.

Die Herkunft der Töne - mehrfach durch digitale Mühlen gedreht

Ach, und da helfe ich doch mal ein bisschen nach: Bevor Sie die Töne irgendwo her beziehen, sind sie durch Mikrofone, Drähte, Funkverbindungen, analoge und digitale Mischpulte und etliche Korrekturprozesse gegangen. Und dann werden sie auf Bändern und Chips, CDs, DVD und auch auf Schallplatten (Vinyl) gespeichert. Wenn Sie diese Tonträger nicht direkt körperlich beziehen, werden sie erneut auf die Reise geschickt – und zwar durch mehr oder weniger qualifizierte Geräte über extrem lange Verbindungen.

Der Leistungswahn - in Wahrheit reichen meist wenige Watt

So, und nun stehen Sie vor der Frage: Wie viel Leistung muss der Verstärker abgeben, wie gut müssen die Lautsprecher sein? Und genau ab diesem Moment beginnt Hi-Fi-Voodoo. Ihnen wird nämlich suggeriert, dass diese Geräte die Standards übertreffen müssen, die angewendet wurden, bevor der Sound bei Ihnen zu Hause ankam. Dann wird gesagt, dass ihr Kabel ganz besonders wertvoll sein muss, extrem abgeschirmt, die Kontakte vergoldet. Die Verstärker müssen über ganz besondere Technologien und Bauweisen verfügen, die nur absoluten Könnern bekannt sind … und mehr Blabla. Und sie brauchen „Leistung“, um ihre Lautsprecher anzutreiben – enorme Leistungen. Mehr als 20 Watt pro Kanal? Mehr als 50 oder gar 100 Watt? Sie werden jede beliebige Aussage im Handel finden, aber unter 20 Watt wird in der Regel alles als „popelig“ angesehen. Und dazu natürlich alle Arten von Wunderleitungen zwischen Verstärker und Lautsprecher, die den Preis gewöhnlicher Lautsprecherkabel um Längen übersteigen.

Nun muss man wissen, dass die benötigte Verstärkerleistung in der Regel von der Raumgröße und Raumakustik in Verbindung mit dem Wirkungsgrad der Lautsprecher abhängt – und von nichts sonst. Ei, ei … und wer da ein klein wenig Durchblick hat, der findet schnell heraus, das für einen Schalldruck von 100 dB (das ist ein Riesenkrach) bei einigen Boxen nur ein paar Watt benötigt werden – ungefähr 4 Watt, hat neulich jemand gemessen.

Die Box ist heute der letzte "Knackpunkt" der Übertragungskette

Das geht natürlich nicht nur mit einer Box des riesigen Angebots, und nun kommt der Gag – die muss nicht einmal teuer sein. Eine kleine Bassreflex- oder Kompaktbox kann’s zumeist hervorragend.

Und so bleibt dies zu sagen: Der Lautsprecher ist die „letzte Instanz“, wenn es um den Hörgenuss geht, denn „Verstärker“ kann heute jeder. Und vor allem für Verstärker gilt: Es kommt nie etwas Besseres heraus, als hereingekommen ist. Nun schließt sich der Kreis: Was hereinkommt, erreicht uns gegebenenfalls über ein paar popelige Telefonleitungen und eine durchschnittliche Soundkarte – oder vielleicht auch nur über das Sound-Chip eines Mobiltelefons.

Und was dabei herauskommt? Klingt ganz hervorragend. Natürlich geht das alles auch noch eine Spur besser. Aber solange „Spuren“ mit mehreren Tausendern aus der Brieftasche bezahlt werden müssen, sage ich Ihnen: Kaufen Sie ein preiswertes Equipment, und wählen Sie einen Lautsprecher, der Ihren durchschnittlichen Hörgewohnheiten am besten entspricht. Damit machen Sie nichts falsch. Und ich garantiere Ihnen: Da ist unter 1000 Euro Gesamtkosten ganz viel zu machen.

Und bevor ich vergesse, Ihnen dies zu sagen: Röhrenverstärker, angeblich die Königslösung für „analoge Verstärker“ sind ein Treppenwitz, wenn Sie aktuelle Aufnahmen klassischer Musik kauf CD kaufen. Das Einzige, was da noch „analog“ ist, sind die Musikinstrumente.