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Die Inquisition war auch ohne „Instrumente“ grausam

Die Inquisition - eine Zelle, die "Folter an sich" war
Die Instrumente in Folter- und Hexenmuseen sind fast immer Nachbildungen, die nur teils verbürgten Vorbildern entsprechen. Dabei bedurfte es gar nicht der komplizierten Folterinstrumente. Daumen- und Beinschrauben, ein Aufzug und das Anbrennen von Haut und Haar durch den Henker reichten aus, um falsche Geständnisse zu erpressen.

Doch es ging auch ganz ohne Folterinstrument, wenn man die Haftbedingungen als Folter mit einbezog, wie wir auf dieser Webseite lesen kann:

Durch die eingeschränkten bzw. unmöglichen Bewegungen hatten die inhaftierten Menschen bald ihre Gliedmaßen nicht mehr unter Kontrolle. Sie saßen in absoluter Dunkelheit ohne zu wissen, wie spät es ist, ob es Tag oder Nacht ist … Diese Behandlung dauerte Monate, manchmal Jahre; da verzweifelte selbst der stärkste Charakter. Um diesen Qualen zu entfliehen, wurden den Menschen oft falsche Geständnisse entlockt. Wenn das Gefängnis allein nicht zu einem Geständnis führte, gab es ja immer noch die Foltermethoden, die an grausamen Ideen nicht zu übertreffen sind.


Wie es in einem solchen Kerker ausgesehen haben könnte, zeigt das obige Bild – eine realistische Rekonstruktion in einem wahrhaftigen Hexengefängnis.

Bild: Vom Autor, Hexenmuseum Burg Penzlin.

Politikerwahn: Wölfe und Sexismus

Mich wundert nicht, dass die Parteien jetzt von den wichtigen Themen der Zeit ablenken wollen: die Zukunft Deutschlands und die Zukunft der EU. Stattdessen wird, wie mittlerweile üblich, Kasper, Gretel und Krokodil gespielt – und tatsächlich greift’s die Presse auf. Die Kasper sind diesmal die Machos, klartextlich: alle Männer außer dem eigenen (wenn frau einen hat), die Gretels die „#MeeToo“-Bewegung, und die Krokodile die – Wölfe.

Kaspertheater: die Klatsche raus

Ei, ei, wie lustig doch das Kasperletheater ist. Nur dass diesmal der nicht der langnasige Spaßmacher mit der Klatsche auftaucht, um böse Räuber und Krokodile anzuwatschen. Nein, da müssen erst mal die Gretels ran, um den Männern was vor den Latz zu knallen - undifferenziert, wie üblich. Und nun kommt ein Schafhirt daher, und der sagt: Das Wichtigste ist jetzt, dass wir die gottverfluchten Wölfe wieder loswerden.

Seltene Exemplare: durchgeknallte Machos und reißende Wölfe

Mal Hand aufs Herz: Haben Sie schon mal einen Wolf in freier Wildbahn gesehen? Oder besitzen Sie eine Schaf- oder Ziegenherde? Oder: Wie viele extreme Machos kennen Sie, die arme, wehrlose Frauen verbal so belästigen, dass sie die Flucht ergreifen müssen?

Spalten und Verunsichern statt das Volk zu versöhnen?

Es ist eine Schande, dass es niemanden gibt, der das verunsicherte Deutschland wirklich versöhnen will. Stattdessen baut man neue Spaltpilze auf, wie das Thema „Frauen sind alle brav, edel und anständig, und Männer haben alle Schweineneigungen.“ Folgt abermals die Neidschafdiskussion: Die Hammel haben ihre eigenen Cliquen, deshalb sind sie so mächtig. Und so weiter … und diese Politiker(innen) sollen wir wirklich ernst nehmen?

Ich las viel dazu - unter anderem die ZEIT.

#MeToo - der Hashtag, der niemandem etwas nützt

In der Wirtschaft ist es so: Da wird etwas Großes erschaffen und zum Erfolg geführt. Und dann kommen die Kopierer und versuchen, den Erfolg nachzuahmen – das heißt dann: MeToo.

Nun ist „MeToo“ ein Hashtag. Hashtags heißen die Tabs in sozialen Netzwerken, in denen bekanntlich eine virtuelle Pseudo-Realität erzeugt wird. Ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen: Die Realität findet anderwärts statt. Dennoch werden Hashtags dann und wann zum Politikum. So, wie derzeit eben „#MeToo“. Es geht dabei um verschiedene Phänomene, die man grob als „ungewollte sexuelle Übergriffe“ bezeichnen kann. Das Spektrum ist groß und reicht vom falschen Wort über das Begrapschen bis zur Vergewaltigung.

Was bedeutet es, sich an eine sensationelle Enthüllung anzuhängen, was bedeutet es, „#MeToo“ zu sagen? Es heißt nichts anderes als „mir ist etwas Ähnliches geschehen.“ Das ist bitter, aber es ist weder ein einziges, globales Problem noch ist es Teil einer möglichen Lösung.

Ich erinnere mich noch an eine andere Medienkampagne, die „Aufschrei“ hieß. Nun ist es also #MeToo“, und abermals wird ein Hashtag zur Mediensensation. Aus unterschiedlichsten Kreisen wird nun Aktionismus demonstriert, werden Forderungen an Regierungen gestellt und was dergleichen mehr ist.

Ich weiß, dass es sie gibt, die bösen Buben. Manche sind nicht ganz so böse, sondern vielleicht nur unflätig oder betrunken. Aber es gibt sie, die Ober-Machos, die versuchen, den Willen von Frauen zu brechen. Und es gibt Bücher sogenannter PUAs, die sogar darüber schreiben, wie man’s macht, oder Kurse geben, wie man „jede Frau herumkriegt.“

Und dennoch: Eine Autorin, die vorsichtig an die Sache herangeht, schreibt:

Einfach nur Aufmerksamkeit darauf lenken, wie viele von diesen Problemen betroffen sind, wird die Probleme nicht lösen. Zu fest sind sie in unserer Gesellschaft verankert, als dass es die eine Lösung geben könnte.


Das ist richtig und auch falsch, und das Wichtigste daran: Wenn es vielem unterschiedliche Probleme gibt, dann kann es nicht „eine Lösung“ geben. So viel zu den populistischen Feministinnen und Politikern, die jetzt aus ihren Höhlen herauskommen.,.

Konflikte, die aus den Beziehungen zwischen Frauen und Männern entstehen, sind nicht neu, und was schicklich oder unschicklich ist – das ist Schnee von gestern. Klarer ist da schon, was strafbar ist und was nicht. Und zwischen „Schicklichkeit alter Schule“ und dem Strafgesetzbuch ist nun eben ein Niemandsland entstanden, in dem erwartet wird, dass die Bürgerinnen und Bürger neu regeln, was für sie akzeptabel ist und was nicht.

Das ist neu, und das ist schwierig, zumal, wenn einer der Personen Frau ist und die andere Mann. Es heißt aber nicht, dass es immer und überall unmöglich ist.

Und deshalb: Der Hashtag #MeToo hat lediglich eine symbolische Bedeutung. Und dies auch deshalb, weil das Leben im Leben stattfindet und nicht in sogenannten „Sozialen Netzwerken“. Dies mögen sich alle vergegenwärtigen, die sich jetzt echauffieren.