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#MeToo - der Hashtag, der niemandem etwas nützt

In der Wirtschaft ist es so: Da wird etwas Großes erschaffen und zum Erfolg geführt. Und dann kommen die Kopierer und versuchen, den Erfolg nachzuahmen – das heißt dann: MeToo.

Nun ist „MeToo“ ein Hashtag. Hashtags heißen die Tabs in sozialen Netzwerken, in denen bekanntlich eine virtuelle Pseudo-Realität erzeugt wird. Ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen: Die Realität findet anderwärts statt. Dennoch werden Hashtags dann und wann zum Politikum. So, wie derzeit eben „#MeToo“. Es geht dabei um verschiedene Phänomene, die man grob als „ungewollte sexuelle Übergriffe“ bezeichnen kann. Das Spektrum ist groß und reicht vom falschen Wort über das Begrapschen bis zur Vergewaltigung.

Was bedeutet es, sich an eine sensationelle Enthüllung anzuhängen, was bedeutet es, „#MeToo“ zu sagen? Es heißt nichts anderes als „mir ist etwas Ähnliches geschehen.“ Das ist bitter, aber es ist weder ein einziges, globales Problem noch ist es Teil einer möglichen Lösung.

Ich erinnere mich noch an eine andere Medienkampagne, die „Aufschrei“ hieß. Nun ist es also #MeToo“, und abermals wird ein Hashtag zur Mediensensation. Aus unterschiedlichsten Kreisen wird nun Aktionismus demonstriert, werden Forderungen an Regierungen gestellt und was dergleichen mehr ist.

Ich weiß, dass es sie gibt, die bösen Buben. Manche sind nicht ganz so böse, sondern vielleicht nur unflätig oder betrunken. Aber es gibt sie, die Ober-Machos, die versuchen, den Willen von Frauen zu brechen. Und es gibt Bücher sogenannter PUAs, die sogar darüber schreiben, wie man’s macht, oder Kurse geben, wie man „jede Frau herumkriegt.“

Und dennoch: Eine Autorin, die vorsichtig an die Sache herangeht, schreibt:

Einfach nur Aufmerksamkeit darauf lenken, wie viele von diesen Problemen betroffen sind, wird die Probleme nicht lösen. Zu fest sind sie in unserer Gesellschaft verankert, als dass es die eine Lösung geben könnte.


Das ist richtig und auch falsch, und das Wichtigste daran: Wenn es vielem unterschiedliche Probleme gibt, dann kann es nicht „eine Lösung“ geben. So viel zu den populistischen Feministinnen und Politikern, die jetzt aus ihren Höhlen herauskommen.,.

Konflikte, die aus den Beziehungen zwischen Frauen und Männern entstehen, sind nicht neu, und was schicklich oder unschicklich ist – das ist Schnee von gestern. Klarer ist da schon, was strafbar ist und was nicht. Und zwischen „Schicklichkeit alter Schule“ und dem Strafgesetzbuch ist nun eben ein Niemandsland entstanden, in dem erwartet wird, dass die Bürgerinnen und Bürger neu regeln, was für sie akzeptabel ist und was nicht.

Das ist neu, und das ist schwierig, zumal, wenn einer der Personen Frau ist und die andere Mann. Es heißt aber nicht, dass es immer und überall unmöglich ist.

Und deshalb: Der Hashtag #MeToo hat lediglich eine symbolische Bedeutung. Und dies auch deshalb, weil das Leben im Leben stattfindet und nicht in sogenannten „Sozialen Netzwerken“. Dies mögen sich alle vergegenwärtigen, die sich jetzt echauffieren.

Wohin geht Deutschland mit Angela Merkel?

Ich denk oft, dass sich politische Arroganz nicht auszahlt. Da wären wir mitten in einem Thema, das „Frau Merkel“ heißt und einst auch schon einmal „Helmut Kohl“ hieß. Und ja, es hätte auch - aus heutiger Sicht –ein Thema Helmut Schmidt sein können. Doch der Unterschied liegt auf der Hand: Schmidt strahlte immer, auch in den schweren Jahren seiner Regierung, den kühlen, pragmatischen Geist aus, der in die Zukunft hineinstach, statt sich in der Gegenwart zu verplempern.

Die Vergangenheit mag ruhen. Heute steht Angela Merkel im Fokus, weil sie als unbelehrbar, selbstherrlich und starrsinnig gilt. Das Problem daran: Sie lässt nicht einmal zu, sich möglicherweise irgendwann geirrt haben zu können. Das kommt nicht gut an beim Volk. Ein gewisses Eingeständnis, nicht unfehlbar zu sein,wäre hilfreich – zumal, wenn Frau Merkel einen Plan hätte. Doch da zeigt sich ihr Hauptproblem: die Gestaltung der Zukunft.

Kommen wir zur Zukunft. Was Frau Merkel im Grundsatz fehlt, und damit auch der CDU, ist jede Perspektive für das Deutschland der Zukunft. Es sind weniger die schnellen, überraschenden und oft unüberlegten Entscheidungen, die Frau Merkel als Kanzlerin disqualifizieren. Es ist das ständige Verharren, das einem Verwalten von Sinn und Unsinn entspricht – die Zukunft wird dadurch unscharf. Was ist denn so toll an der Leistung der CDU? Das geeinte Deutschland? Das ist inzwischen längst keine originelle Idee mehr. Die Wirtschaftsmacht Deutschland? Die fiel ihr in die Hände – sie hat sie nicht im mindesten gestaltet. Wo ist der Weg, wo das Ziel? Wo sehen wir uns bitte in fünf Jahren? Von jedem besseren Bewerber für das mittlere Management wird eine Antwort darauf erwartet – von Frau Merkel bekommt man sie nicht.

Sicher haben wir schwierige Zeiten. Aber schwierige Zeiten verlangen Politiker, die in die Zukunft schauen – und nicht solche, die nur die Gegenwart verwalten.