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Der Mensch als Spielball in einer digitalen Welt?

Früher haben wir uns irgendwie verhalten, und einige, die uns kannten, haben ihre Schlüsse daraus gezogen, während es anderen kaum gelang, unser Wesen, unser Sein und unser Handeln zu entschlüsseln.

Heute legen bekannte und unbekannte Firmen Programme auf, die uns ausforschen wollen – ja, es soll eine ganz neue Psychologie erschaffen werden, die auf Online-Aktionen basiert.

Können wird dem noch entkommen?

Noch können wir die Suchmaschinen verlassen, die uns ausspionieren, noch können wir (und sollten wie vielleicht auch?) auf „soziale Netzwerkeverzichten.

Zu einem Teil werden die sogenannten „Algorithmen“, die uns "menschlich verbessern" sollen, hoffentlich versagen und sich ihre Erfinder blamieren – das lehrt uns jedenfalls die Vergangenheit.

Um es noch deutlicher zu sagen, ja, geradezu brutal: Wir taten gut daran, uns nicht zu Sklavinnen und Sklaven der „alten“ Psychologie zu machen. Die wollte uns einreden, dass nur ein Fremdbild objektiv richtig sein kann, Selbstbilder hingegen mussten einfach falsch sein, wenn sie dem widersprachen. Und heute? Heute steht da der „Big Brother“, der uns sagt, wer wir sind. Und der prognostiziert, dass er wesentlich mehr über uns weiß als wir selbst.

Heute sind diese Leute hauptsächlich hinter unserem Geld her, was zunächst beruhigend ist: Wir kaufen einfach nicht das, was uns ständig angeboten wird. Und morgen? Da können dieselben Leute Gesinnungspolizei spielen, und niemand wird sie daran hindern können.

Gelobtes Land – Saarland?

Auch eine Geschichte aus dem Märchenbuch der Linken: Die Saarstahl. Ein Rettungsmärchen – so gut wie ohne Arbeitsplatzverluste? Alles solidarisch? Friede, Freude, Eierkuchen nach saarländischem Vorbild? In einem Gespräch ging es Thyssen-Krupp udn die Arbeitsplätze, die bei einer Fusion wegfallen würden. Die Linke schrie sofort: "Kapitalismus" und verherrlichte eine Saar-Tragödie, die erst nach Jahren glimpflich ausging.

Was da von der Partei „Die Linke“ hochgelobt wurde, liest sich im SPIEGEL von 1991 so:

Ein Jahrzehnt mühte er sich um die Rettung des größten Arbeitgebers an der Saar. Mehr als drei Milliarden Mark und den Verlust von 16 000 Arbeitsplätzen kostete die Sanierung des Stahlkonzerns Arbed Saarstahl.


Niemand wird diejenigen beneiden, die damals um die Saarstahl gekämpft haben, und am Ende gab es immerhin einen Erfolg – immerhin etwas, das daran positiv war. Wie die Rettung allerdings zustande kam, wer dabei bluten musste und wer bis heute den Erfolg für sich in Anspruch nimmt - darüber sollte man vielleicht einmal öffentlich reden.

Ein Märchen war es jedenfalls nicht - und da werden die Worte von Sarah Wagenknecht dann schnell relativiert.

Österreich – Gelobtes Land mit hohen Renten?

Wenn die Linkspartei („Die Linke“) auf dem Bildschirm erscheint, hat sie neuerdings ein Thema, das sie mit dem ganzen erkalteten Herzblut ihrer rhetorisch optimal geschulten Kandidaten vorträgt: Ach, wenn die Rente doch nur so wäre wie im Gelobten Land Österreich.

Bleibt mir als Piefke nur zu sagen: Ja, dort gibt es mehr Rente, aber weniger Kindergeld. Stoßrichtung klar? Na klar, wenn die Linke gerade Wahlkampf für gefrustete Familien macht, dann redet sie über das Kindergeld, das sie zum höchsten in Europa hochschrauben will. Und wenn gerade Rentner dran sind, dann will sie die Renten astronomisch erhöhen – eben wie in Österreich.

Fragte man nun, wer das finanzieren soll, dann bekommt man eine ausweichende Antwort, denn in Österreich sei die Versicherung ja eine „echte Solidarversicherung“, weil alle in sie einzahlen.

Das stimmt. Es stimmt aber auch, dass der Beitrag höher ist – und zwar beträgt er 22,8 Prozent (Deutschland 18,7 Prozent) das Gute: Die Arbeitgeber zahlen in Österreich etwas mehr ein. Die Rente wird nach meinen Informationen vollversteuert, und dies mit einem relativ hohen Eingangssteuersatz.

Natürlich könnet man eine Rente nach dem Vorbild Österreichs einführen. Ich stelle mir gerade vor, dass zunächst mal alle Beamten auf die Palme gehen würden, deren „Versicherung“ ja heute beitragsfrei ist. Dann würden die Gewerkschaften motzen, weil die Belastung für die Arbeitnehmer steigt. Und nicht zuletzt würde die deutsche Wirtschaft vor Wut schäumen, weil sie nun über drei Prozent mehr an Lohnzusatzkosten zahlen müsste. Das kann die deutsche Volkswirtschaft natürlich verkraften, nur wird man dann noch stärker überlegen, Teile der Belegschaft zu reduzieren oder, wo möglich, Roboter einzusetzen oder die Arbeit „auszulagern“.

Klar – für Links ist immer alles einfach: Man muss nur Versprechungen machen mit Geld, das man nicht hat. Wie einfach.

Quellen: Rentenversicherung, Corrective.