Skip to content

Putzfrauenpolitik

Eine sehr kleine Rente zu bekommen ist wirklich nicht gut. Das Thema allerdings wird seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Westdeutschland diskutiert. Wir wissen: In Deutschland kann die Rente nicht alle Probleme der Altersarmut lösen, und das konnte sie noch nie. Doch die Presse hat immer Sensationen im Kopf, und so machte sie nun aufgrund der Frage einer Putzfrau in einer Fernseh-Politshow ein Riesenfass auf.

Eine ganz gewöhnliche Putzfrau? Ein Fall für die Tränendrüse? Da muss wohl etwas korrigiert werden. Die Dame heißt Pertra Vogel, und das weiß man über sie:

Petra Vogel ist auch Mitglied im Kreisverband der Linkspartei in Bochum. Sie war auch am 28. April 2016 Gast bei „Maybrit Illner“ im ZDF. Demnach ist sie nicht „nur“ eine Reinigungskraft, sondern eine streit- und fernseherprobte Gewerkschafterin.


Als Gewerkschaftlerin müsste sie sich eigentlich auskennen in der Rentenpolitik und deren Möglichkeiten. Und insofern war es infam, die Kanzlerin in Bedrängnis zu bringen. Von „herauswinden“ und ähnlichen populistischen Äußerungen sollte man ohnehin die Finger lassen, wenn man es besser weiß.

Ein wichtiger Aspekt, auf den die Presse vielleicht in Zukunft etwas mehr Rücksicht nehmen sollte, ist auch dieser: In Fernseh-Shows mit Politikern kann kaum jemand herausfinden, welche Gründe es für die geschilderten Miseren gibt. Und insofern kann man sagen: Da hat jemand die Kanzlerin auf dünnem Eis ausrutschen lassen. Da ist – mit Verlaub – keine Leistung, die Respekt verdient.

Das rückständige Frauenbild

Haben Sie ein „rückständiges Frauenbild?“ Ach, sie sind gar kein Asylbewerber aus dem Orient? Aber vielleicht gehören Sie ja dieser anderen Religionsgemeinschaft aus dem Orient an, deren Hilfsprophet Timotheus diese Zeilen hinterließ, die dem Paulus zugeschrieben werden:


Einem Weibe aber gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei. Denn Adam ist am ersten gemacht, darnach Eva. Und Adam ward nicht verführt; das Weib aber ward verführt und hat die Übertretung eingeführt.


Oh, ich höre immer wieder mit Freude und Genugtuung aus Kreisen der Kirche, dass sich das Frauenbild seit Moses und den Propheten, die über Jesus von Nazareth sprachen, verändert hat. Nur steht das Wort noch, wie in Blei gegossen, auch wenn es nicht mehr explizit gepredigt wird. Niemand wird behaupten, es gehöre nicht zur „Christlichen Religion“, nicht wahr?

Abgesehen davon - wenn sich nun noch das Frauenbild der Machos verändern würde, wie schön. Und vor allem, das Frauenbild der Frauen. Das beziehen sie immer noch aus der bürgerlichen Tradition und aus den Frauenzeitschriften. Gut, sie mixen es ein bisschen ab mit Emanzipation, wirtschaftlichem Erfolg und Bildung. Und das soll das moderne Frauenbild sein? Nein, schönen Dank!