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Populismus

Politische Meinung
Der Populismus ist wohlfeil, weil er stets einfach ist. Oder anders ausgedrückt: Dumm nachzuschwätzen verlangt weniger Verstand, als sich ein differenziertes Bild zu erarbeiten.

Interessant ist dazu eine Feststellung der Bertelsmann-Stiftung:

Die Partei mit den unpopulistischsten Wählern ist demnach die CDU. Sie erreicht bei nicht populistisch eingestellten Wählern eine Zustimmung von bis zu 60 Prozent, aber weniger als 20 Prozent unter den Populisten.


Hoffen wir, dass die CDU dabei genau zugehört hat, und wiederholen wir es noch einmal: Populismus kommt unter CDU-Wählern nicht an. Will die CDU also Wähler mit populistischen Ansichten einfangen, so muss sie es bei den SPD-Sympathisanten tun – oder aber bei der AfD. Doch tut sie dies, so wird sie in gleichem Maße Wähler des gemäßigt-konservativen und liberal-konservativen Lagers verlieren.

Und die SPD? Sie gibt sich ja immer so intellektuell, und sie hat tatsächlich unter Intellektuellen wie auch unter Journalisten zahllose Unterstützer. In Wahrheit aber hat sie eine Wählerschaft, die mindestens zur Hälfte populistischen Ideen zugeneigt ist.

Die Presse – Losungen verbreiten, statt kritisch zu analysieren?

Deutschland hat keine Diskussionskultur - und weil dies so ist, wird entweder der „Mainstream“ tausendfach wiederholt oder aber der Ausdruck dieser oder jener Ideologie. „Mainstream“ zu schreiben ist leicht – man kann beliebig seicht sein, solange man das trifft, was in den Gehirnen der meisten Abonnenten vorgeht.


Bei der sogenannten „Flüchtlingskrise“ wurde – soweit sie Deutschland überhaupt betraf – gar nicht erst diskutiert. „Mutti“ versuchte, den großen Mantel ums Volk zu legen und zu sagen „Wir machen das jetzt mal so …“, und daraus resultierte fünferlei:

1. Eine Euphorie, die Menschen gerettet zu haben und ihnen ein Zuhause zu geben.
2. Eine Ernüchterung, dass niemand in Deutschland auf solche eine Situation vorbereitet war.
3. Die Tatsache, dass sich kein Mensch und keine Institution wirklich Gedanken über die Zukunft dieser Menschen in Deutschland machte.
4. Das Unverständnis dafür, dass es keine integrierende Kraft gab, die sich um die Eingliederung dieser Personen bemühte.
5. Ein Protest gegen die unüberlegte, planlose, und in weiten Teilen auch chaotische Politik der Bundesregierung.

Wie konnte es dazu kommen? Das müssen Sie die Regierung fragen – und sie ist nach wie vor mit dem Namen „Angela Merkel“ verbunden. Doch was, wenn wir uns selbst fragen: Wo bleibt eigentlich die Presse, um das Problem der konzeptlosen Massenzuwanderung objektiv zu analysieren?

Die Presse in Deutschland schwimmt auf dem politischen Mainstream daher

Machen wir es kurz: Diese Presse gibt es in Deutschland nicht mehr. Man hat verlernt, Probleme im Kern zu analysieren und sie kontrovers darzustellen, wo es nötig ist.

Eine ehrenwerte Studie – (also keine ideologisch motivierte Zweckstudie, die es eben auch oftmals gibt), hat herausgestellt, dass sich dieMeinungsbildende Printmedien in Deutschland sozusagen „unisono hinter Angela Merkels Flüchtlingspolitik versammelt“. Und Zitat:

Wer dieser Regierungslinie skeptisch gegenübergestanden habe, habe sich in den Augen vieler Journalisten der Fremdenfeindlichkeit verdächtig gemacht.


Ein Medienproblem, das sich am Flüchtlingsproblem zeigte: Einflüsterungen der Eliten

Dies alles ist ein Medienproblem und kein Problem der politischen Ausrichtung. Medien machen Propaganda für die Welt, die sie gerne hätten – und die ist immer etwas besser als die Welt, die in Wirklichkeit existiert. Das darf nicht sein, denn unsere „bildgebenden“ Medien fahren viel zu oft auf diesem Gleis.

Mainstream-Berichte: Furcht vor den Abonnenten?

Man mag der „abonnierten“ Bürgerzeitung noch zubilligen, dass sie ihre Klientel mit Mainstream und populärem Schnickschnack füttern müssen, um keine Abonnenten zu verlieren. Aber die meinungsbildenden Zeitungen? Warum sind sie davon abgekommen, auch einmal kontrovers zu berichten? Warum meiden sie, Tatsache und Meinungen zu verbreiten, die nicht „in den Mainstream“ passen? Haben sie gar keinen Respekt mehr vor ihrer eigentlichen Aufgabe, zwei oder noch wesentlich mehr Meinungen zu einem Thema zuzulassen? Und wo bleibt die „objektive Recherche“?

Den Eliten nachzuplappern, ist kein Journalismus

Es geht in Wahrheit gar nicht um „Flüchtlingspolitik“ – daran ist nur deutlich geworden, dass dummes Nachschwätzen inzwischen eine journalistische Tugend geworden ist. In vielen anderen Bereichen ist dies gar nicht aufgefallen, zum Beispiel im Wissenschaftsbereich – hier wird so gut wie nie nachrecherchiert, wie die Ergebnisse der angeblichen Sensationen zustande gekommen sind.

Und immer wieder lässt sich dies beweisen: Journalisten übernehmen unkritisch Losungen der Eliten – seien sie nun Politiker, Wirtschaftsvertreter oder Wissenschaftler. Es ist aber nicht ihre Aufgabe, Eliten-Meinungen zu verbreiten, sondern diese kritisch zu hinterfragen.

Connewitz

Wie kommt eigentlich ein Bundesinnenminister darauf, nach den Hamburger Krawallen nun ausgerechnet nach Leipzig-Connewitz zu schauen? Gab es da eine SMS oder eine WhatsApp-Nachricht, ein Telefongespräch oder ein Fax von der sächsischen CDU oder vom Leipziger Stadtrat?

Jedenfalls – und das ist das Bedauerliche an allen – verbellen nun CDU, FDP und AfD zwar getrennt voneinander, aber ähnlich, den Oberbürgermeister oder nicht näher genannte Mitglieder des Stadtrats.

Ach ja – die CDU macht Wahlkampf, und die FDP biedert sich als zukünftiger Koalitionspartner an. Das mag legitim sein, ist aber dennoch verwerflich, weil das Thema „Extremismus“ in Sachsen die rechte wie die linke Szene betrifft und sich zudem viele Bürger „innerlich“ radikalisiert haben, die nicht randalieren. Und sicher muss man über rechte und linke Gewalt im Leipziger Stadtrat reden – und das sollte man, bevor man sich vollmundig aus dem Fenster lehnt. Sinnreiches sagte der Leipziger Polizeichef Bernd Merbitz. Zwar tiltete die „Leipziger Volkszeitung“ populistisch „Die Zeit des Redens muss vorbei sein“ – aber das war ziemlich willkürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Auf die Frage der LVZ „Der Staat sollte als Härte zeigen?“ sagte Herr Merbitz (1):

Ich wünsche mir mehr miteinander, selbstverständlich auch mit den Connewitzern, die nicht pauschal zu verurteilen sind, und weniger Feindbilder.


Tatsächlich, so bemerkte er später, müsse die Zeit des Redens vorbei sein – meinte damit aber, dass Gespräche nicht um ihrer selbst willen, sondern der Inhalte wegen geführt werden müssten. Zugleich verlangte er, dass die Fakten auf den Tisch müssten.

Die von ihm weiterhin gestellte Frage, warum gerade Leipzig für Linksextremisten „derart anziehend“ ist, gehört sicherlich dazu – denn wer sie beantworten könnte, der hätte den Schlüssel für Lösungen in der Hand. Aber wahrscheinlich wird es doch wieder darauf hinauslaufen, dass eine genaue Analyse nicht stattfindet und stattdessen populistische Parolen ins Volk getrötet werden.

Und nur noch mal zum Nachdenken, ihre Schwätzer aus der Ferne: Connewitz ist in erster Linie ein Stadtteil von Leipzig,

(1) Das Zitat entnahm ich der Printausgabe der LVZ vom 14. Juli 2017.

Debattenkultur und Hasskommentare

Nahezu alle Zeitungen und Zeitschriften haben heute mit Kommentaren zu kämpfen, die an Radikalität weit über die Grenzen des Vertretbaren hinausgehen. Dazu heißt es auf einer neuen Webseite:

Die Debattenkultur im Netz ist aus den Fugen geraten. Nutzerkommentare auf Nachrichtenseiten sind häufig ideologisch, beleidigend und zum Teil hasserfüllt. Mit hohem Moderationsaufwand filtern Redaktionen die schlimmsten Beiträge heraus - und werden als Zensoren beschimpft. Andere Redaktionen kapitulieren und schränken die Kommentarfunktion ein.


Kein Wunder, dass man versucht, Methoden der Auto-Moderation mithilfe von Software zu entwickeln. Das ist trotz der Fortschritte bei der Programmierung „künstlicher Intelligenz“ ein schwieriges Unterfangen, weil man dabei immer ganze Sätze untersuchen muss. Wie schwierig es ist, und wie verwirrend es ist, wenn es dennoch getan wird, kann man häufig anhand der Textanalysen der Universität Leipzig sehen.

Nun hat das Institut für Wirtschaftsinformatik der WWU Münster ein Projekt ins Leben gerufen, das einen Beitrag zur automatischen Textanalyse als Voraussetzung zur Moderation von Online-Diskussionen leisten will.

Es läuft im Netz unter dem Stichwort „Cyberhate-Mining“ und dem Hashtag #HateMining.

Ich wünsche Glück und Erfolg.

Maischberger

Talkshows sind in erster Linie Shows, in zweiter Linie dummes Gewäsch und erst in dritter und letzter Linie dienen sie der Information der Zuschauer. Das gilt für fast alle, auch für die angeblich „hochwertigen“ Shows, bei denen es oberflächlich gesehen um politische Themen geht.

Diese Polit-Unterhaltungssendungen haben einen Haken: Das Publikum erwartet, dass sich die Beteiligten heftig zoffen. Und sie sehen die Shows teils eben wie Boxkämpfe, bei dem es Sieger und Besiegte gibt. Der Grund: die Meisten deutschen sind rhetorische Luschen und glauben, sie wären bei Talkshows im Redezirkus – was leider meist zutrifft.

Der zweite Nachteil liegt darin, dass Deutsche keine Diskussionskultur haben – und das gilt leider auch für die Vorzeige-Köpfe, die wir bei Talkshows sehen. Und dabei sind noch nicht einmal die Quertreiber gemeint, die man absichtlich einlädt, um dem Zuschauer Zoff vorzuführen.

Der dritte Nachteil liegt – mit Verlaub – an den Moderatorinnen/Moderatoren. Durch den Showcharakter und die rüpelhaften Gestalten, die dort ab und an auftreten, haben sie es schwer, zu Sache zu kommen. Wobei die „Sache“ ja zumeist ohnehin kaum interessiert und sich die Katze deshalb in den Schwanz beißt.

In der letzten Talkshow vor der Sommerpause verließ ausgerechnet der ansonsten sehr sachliche und moderate Wolfgang Bosbach die Maischberger-Show vorzeitig. Ursache waren die Einlassungen der Ex-Grünen Jutta von Ditfurth, die – wie so viele andere Ultralinke – versuchte, die Gewaltbereitschaft der Linksradikalen als ein legitimes politisches Mittel zu verteidigen.

In der Presse wird dieser Fall als gerne eine Kontroverse zwischen Herrn Bosbach und Frau Ditfurth betrachtet – in Wahrheit aber wirft die Sendung die Frage auf, ob Sendungen wie „Maischberger“ – politisch gesehen - überhaupt einen Sinn haben.