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Ehe für alle – ja und nein und und was ein Bischof dazu sagt

Unterschiedliche Meinungen zur „Ehe für alle“? Dann genießen Sie meinen vollen Respekt. Das Thema ist kontrovers, und es muss und darf auch heftig diskutiert werden.

Doch schauen wir auf die katholische Kirche, so gibt es einen ganz anderen Zungenschlag, der bedenklich stimmt. Ich zitiere Ulrich Neymeyr. den katholischen Bischof von Erfurt (1):

Ich halte das für einen Fehler. Ich bedauere es, wenn der Staat so grundsätzlich andere Wege geht, als wir in der katholischen Kirche.


Lieber Herr Neymeyer, der Staat (oder sagen wir besser: die Demokratie) hat nicht die geringste Verpflichtung, die gleichen Wege zu gehen wie „Sie in Ihrer katholische Kirche“.

Meine eigene Einstellung hat nichts mit dem Thema zu tun, das mir relativ gleichgültig ist. Aber als Demokrat finde ich eigenartig, wenn die gesellschaftlichen Minderheiten versuchen, die Mehrheiten zu dominieren. Als Liberaler, der ich schließlich auch bin, ist es mir im Grunde völlig gleichgültig. Was, bitte, ändern sich denn intern für ein kinderloses Paar bei der Heirat, sei es homo- oder heterosexuell? Ich rede nicht von rechtlich oder steuerlich. Aber da die Diskussion mit großen Emotionen und sehr vehement geführt wird, darf man doch fragen: Wem nützt sie?

Die Antwort könnte sein: die SPD hofft darauf (2). Sie will noch einmal zeigen, wie großartig sie ist. Ach nee, SPD. Und damit wollt ihr ernsthaft punkten? Da lachen ja die Hühner.

(1) Quelle: MDR
(2) Näheres in der Wochenzeitung "DIE ZEIT".


Ein einfacher Gedanke zur Sexualkunde

Niemand fragt sich, in welchen Fachbereichen ethische Lebensgrundlagen noch behandelt werden außer in Ethik, denn ethische Grundsätze und Ansichten durchziehen natürlich auch das Denken in anderen Fächern. Und die Sexualität, die aus biologischer, ethischer, historischer, sozialer, erfahrener und gelebter Sexualität besteht?

Die wird in Bio und Ethik mal eben nebenbei unterrichtet, und sie wird dabei isoliert. Wenn sie denn überhaupt umfassen und vollständig behandelt wird, was wahrhaftig zu bezweifeln ist.

Kampagnen von rechtsgerichteten und klerikalen Wutbürgern, aber auch von der LGBT-Gemeinschaft beeinflussen das, was Journalisten zu wissen glauben. Doch was immer es da zu wissen gibt: Es muss ja auch gelehrt werden, und zum Lehren gehört neben einer gewissen Begabung und dem nötigen Kenntnisreichtum auch eine neutrale Sichtweise.

Ist diese Sicht überhaupt gewährleistet, wenn Lehrer Ekel oder Scham empfinden? Der Bio-Lehrer kann sich nötigenfalls auf Empfängnis und Verhütung zurückziehen und dennoch behaupte, seinen Job gemacht zu haben. Der Ethiklehrer kann es nicht – er muss eigentlich Farbe bekennen, wie seine eigene Gesinnung aussieht. Ein homophober Ethiklehrer ist beispielsweise eigentlich unerträglich für eine Schule. Geschichtslehrer und Deutschlehrer zucken nur allzu oft die Schultern, obgleich sie dann und wann mit dem Thema konfrontiert werden.

Viel Licht fällt in diesem Zusammenhang immer auf die Eltern. Diejenigen, die dreist und verbohrt sind, gehen auf die Straße, weil sie sich vor dem Thema fürchten. Und diejenigen, die klug und mutig sind, reden mit ihren Kindern. Es ist ja so einfach, die Verantwortung für das Unangenehme und Unerwünschte auf die Schule abzuschieben. Doch für jeden Dialog, den die Schule mit den Schülern führt oder nicht führt, gibt es ersatzweise einen Dialog zwischen Eltern und Jugendlichen.

Lesen Sie dazu mehr in der LVZ.

Die Linkspartei und die mittleren Einkommen - fatale Aussichten

Die Linkspartei fordert das Unmögliche und sagt zugleich, dass eine Koalition mit ihr nicht durchsetzbar ist, wenn das Unmögliche nicht erreicht wird. Was im Endeffekt heißt: Sie hat die Rot-Rot-Grüne Idee vom Regieren inzwischen aufgegeben.

Und das ist gut so. Denn was da im Forderungskatalog steht, ist mehr als die Annäherung an den Sozialismus: Eine Mindestrente mag noch angehen, eine sanktionsfreie Grundsicherung nicht. Man kann nicht zugleich sagen: „Arbeit muss sich lohnen“, und im nächsten Atemzug fordern: „Aber nicht zu arbeiten muss sich auch lohnen.“ Und die Leistung der Menschen, die mittlere Nettoeinkommen beziehen? Sie würde sich nicht mehr wirklich lohnen, wenn die Pläne der Linkspartei durchgesetzt würden.

Hinzu kommt ein sinnlos hoher Mindestlohn von 12,00 Euro pro Stunde. Man denke: Jeder, der nichts lernen wollte und auch nichts dafür tat, sich weiterzubilden oder durch Fleiß zu glänzen, soll mehr verdienen als eine Fachkraft? Und was machen dann bitte die qualifizierteren oder langjährigen Mitarbeiter, deren Tariflohn sich kaum noch vom Mindestlohn unterscheidet?

Und die Steuer? Sie soll bereits ab 70.000 Euro Jahreseinkommen 53 Prozent betragen. Das heißt, dass jemand, der vierzehn Monatsgehälter bekommt, bereits ab einem Gehalt von 5.000 Euro mit 53 Prozent beteuert wird – und ein großer Teil dessen, was er leistet, nicht er, sondern der Staat kassiert. Und da auch weiterhin die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Zusatzsteuer (eventuell Kirchensteuer, in jedem Fall Soli) ziehen, kann es gut sein, dass er am Ende weniger als die Hälfte ausgezahlt bekommt. Hatten wir nicht gehört, Arbeit müsse sich lohnen?

Es bleibt dabei: Die Linkspartei will die Leistungsträger der Gesellschaft dafür bestrafen, intensiv zu arbeiten – und dabei vor allem die Angestellten treffen. Und die „kleinen Leute“, auf die man als Wähler abzielt?

Der Brotpreis stieg bislang nach jeder Erhöhung des Mindestlohns – und mit ihm stiegen die Preise der Dienstleistungsbranche. Das heißt: Das Geld, das hinter der Wursttheke mehr verdient wird, wird vor der Bäckertheke wieder ausgegeben.

Immerhin kann man der Linkspartei dafür danken, dass sie ihre Utopien offenlegt.



Rechtsaußen schaden der CDU mit Kritik an Klimapolitik

Die CDU ist im Prinzip wählbar. Der Einfluss des deutschen Katholizismus, einst ein Hinderungsgrund, den Namen „CDU“ auch nur in den Mund zu nehmen, ist Geschichte. Die Rechtsorientierung, die sich lange Zeit durch die Partei zog, ebenfalls.

Doch es gibt in der CDU selbstverständlich auch heute noch Reste katholischer, ultrakonservativer und fortschrittsfeindlicher Kräfte. Einer dieser Kräfte hat sich gerade zu Wort gemeldet, der „Berliner Kreis“.

Es geht dabei darum, dem US-amerikanischen Präsidenten zu folgen und sich von den Zielen des Klimaschutzes loszusagen. Die Autoren behaupten, dass eine Milderung des Klimawandels ohnehin keinen Sinn mehr habe, und fordern eine „Anpassung daran“.

Fordern kann man viel – doch die Anpassung an den Klimawandel, falls sie möglich wäre, gäbe es ja auch nicht zum „Nulltarif“.

Insgesamt gesehen schadet die ultrakonservative Bewegung der CDU, denn das Volk ist schon viel Öko-Bewusster als mancher CDU-Parlamentarier.