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Der Sieg der Arroganz: „Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres

Wenn man Deutscher ist und seinen Intellekt vorzeigen will, benutzt man zweckmäßigerweise Fremdwörter. Und das Unwort „postfaktisch“ erfüllte offenbar alle Voraussetzungen für den deutschen Schnösel, um „Wort des Jahres“ zu werden.

Pardon – oh – es waren nicht die üblichen Schnösel, sondern die „Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)“, die es zum „Wort des Jahres“ kürte. Das Unglückswort aus „post“ (nach) und „fakt“ (Tatsache) soll zeigen, wie der Plebs denkt: Von Fakten unbeeinflusst, dröhnt er seien Emotion heraus. Die lackierten Besserwisser tun das natürlich nicht: Sie sind ja so klug und wissen um all die Fakten, sodass sie nur nach Tatsachen entscheiden.

Klar – man kann es so sehen wie die Sprachgesellschaft, die behauptet, es gehe „heute zunehmend“ um „Emotionen anstelle von Fakten“. Man kann aber auch sagen, dass es der Gipfel der Arroganz ist, das Volk in dieser Weise abzukanzeln.

Im Grund eist das Gegenteil – selbst nach der Wahl von Trump – richtig. Das Volk hat heute viel mehr Möglichkeiten, auf Fakten zuzugreifen und entscheidet in eigenen Belangen durchaus „faktisch“, auch deshalb, weil die ökonomischen Zwänge gar nicht so viele Wahlmöglichkeiten zulassen.

Warum glaubt es dann nicht Merkel und nicht Gabriel? Weil beide keine positiven, langfristigen und begeisternden Ziele verkünden. Das könnten sie ja vielleicht noch mal üben.

Vorläufig bejubeln sich jedenfalls die Pseudo-Intellektuellen einmal mehr gegenseitig: „Hey, ihr faktenkranker Pöbel, wir werden euch schon einsacken.“

Danke schön.

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